Gestern war ich so dermaßen tot nach den 5 Stunden auf dem Gletscher rumkrabbeln mit Spitzhacke und Eisschuhen bewaffnet, ich konnte mich nicht dazu aufraffen noch irgendwas zu tippen. Hat Freddy ja netter Weise übernommen. Ich habe dem auch nichts hinzu zu fügen - auf einem Gletscher zwischen 100 m tiefen Spalten rumlaufen ist beeindruckend. Und dies läßt sich nur schwer weiter vermitteln.
Ich wollte mal so ein paar grundsätzliche Erkenntnisse von mir geben, die aber keinen Anspruch auf Richtigkeit haben. Eher so subjektiv...
Punkt 1:
Isländer lieben Fussbodenheizung.
Jedenfalls haben die Guesthouses bis jetzt in den Aufenthaltsräumen immer Fussbodenheizung gehabt. Das liegt eher an
Punkt 2: Sobald man ein isländisches Haus betritt wird man höflich bestimmt aufgefordert die Schuhe auszuziehen.
Und zwar gleich am Eingang. Und wir haben keine Hausschuhe mit - ist aber kein Problem, denn, siehe Punkt 1 und es kommt noch
Punkt 3: Räume sind erst ab 23 Grad angenehm warm.
Die Isländer mögen es definitiv warm im Haus. Selbst ich bekennende Frostbeule renne abends mit Apfelwängchen durch die Gegend und mir ist warm! Liegt vielleicht daran, das Strom hier nichts kostet bei den ganzen Wasserkraftwerken, denn wir haben bis jetzt auch nur Stromheizungen gesehen.
Punkt 4: Der durchschnittliche Isländer hat im Moment Sommer. Das heißt Flipflops, Bermudas oder Leggings. Hat ja 9-12 Grad draußen. Sommer eben. Der Seniorchef von unserer Schneemobil Tour ist heute auch mit offener Jacke auf dem Gletscher rumgebraust. Seine Sandalen hatte er aber, was ein Weichei, gegen Wanderstiefel getauscht (ungeschnürt, wenigstens das!) Vielleicht sollte ich erklären, dass wir über unserer normalen Kleidung inklusive Jacke, einen dicken Schneeoverall-Überzieher getragen haben. Und dicke Leihgummistiefel. Und einen Helm...jeden Tag ¨Bad Hair Day¨. Meine Haare hassen Helme, aber ich schweife ab! Ich habe jedenfalls so eine Theorie über die innere Hitze der Isländer, das Leben auf dem Vulkan färbt wohl ab. Diese Theorie korrespondiert nicht mit Punkt 3, egal!
Wie zwischen den Zeilen schon angedeutet, sind wir heute Schneemobil gefahren. Der Tag war laut Plan zur freien Verfügung. Und morgens beim Frühstück haben wir ein wenig Werbung gestöbert und ich wollte sooooo gerne mal Schneemobil fahren. Unsere nette Gastgeberin hat den Veranstalter angerufen und sagte, das der angedachte Termin um 14.00 Uhr bereits voll sein, wir könnten aber bei der Gruppe in einer halben Stunde mit. 20 km entfernt und ich habe noch nasse Haare, das schaffen wir!
Mit Volldampf zum Treffpunkt und nur 7 Minuten zu spät! Dort wurden wir in unsere Winterklamotten gesteckt und mit einem Monstertruck auf den Gletscher gefahren, direkt auf das Eis. Wow, ein Gletscher ist unheimlich beeindruckend. Auch so manche Steigungen mit dem Mördergefährt waren erstaunlich und gefühlt jenseits meiner physikalischen Grenzen. Angekommen gab es eine Kurzeinweisung in die Schneemobil und dann ging der Spass los. Mit einem 600 Kubik Rotaxmotor (genau wie mein BMW Kälbchen *seufz*) über das 300 m tiefe Eis knattern. Man hat die ganze Zeit das Gefühl das Mobil macht was es will, denn es schlingert über den Schnee wie ein Lämmerschwanz. Der Scout hatte aber gesagt, das Wichtigste sei relaxed bleiben und nicht gegen das Gerät kämpfen. Na denn...relaxed ein wenig rumgeschlingert.
Beim ersten Stopp haben Freddy und ich getauscht und dann durfte er ein wenig rumschlingern und fand es genauso toll wie ich . Es ist fast ein wenig schade, das wir in Verden nicht einen kleinen Gletscher haben :)
Nach dem Schneemobil, welches sich ja ein wenig dazwischen gemogelt hatte, sind wir noch in die James Bond Lagune. Es gibt einen See mit direktem Zugang ins Meer. Auf dem treiben die abgebrochenen Eisberge auf das offene Meer hinaus. Manchmal treiben sie auch zurück, bei Flut nämlich. Es ist jedenfalls ordentlichwas los auf dem Wasser! Zwischen diesen riesigen Eisblöcken haben die Teile von irgendeinen James Bond gedreht. Ist auch eine klasse beeindruckende Kulisse. Wir sind aber eher gemütlich mit einem Amphibienfahrzeug erst an den See und dann in den See getuckert. Haben 1000 Jahre altes Eis gegessen und 5000 Fotos gemacht. Schön!
Wie oben angekündigt hat das Schneemobil nichts mit James Bond zu tun.
Das war unser Tag auch schon fast - zum Einkaufen mal eben 30 km (eine Strecke!) in den nächsten Ort, denn unsere Cola war alle und wir hatten Appetit auf auf Zimtteilchen. Nachher gibt es hier im Guesthouse Buffett, wir sind dabei. Mal gucken was isländische Hausmannskost so kann. Wir werden berichten...

Was für ein Abenteuer! Es macht so viel Spaß zu lesen, vielen Dank für eure tollen Berichte 😊😘
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