Heute haben wir ja nun Zeit. Die Tour ins Hochland ist ja wetterbedingt ausgefallen. Also schön lange schlafen, nett frühstücken und auschecken.
Da mir aufgefallen war, dass überall auf der Insel riesige Flächen voller Lupinen stehen, musste ich unsere isländische Wirtin doch noch kurz vor der Abfahrt mal eben Fragen, ob die da so im Original wachsen, oder wie die da hinkommen. Ich weiß ja, das bei uns Lupinen zur Bodenverbesserung gepflanzt werden. Und richtig, die sind hier eigentlich nicht heimisch, helfen aber bei einem riesigen Problem der Insel. Sie befestigen die großen Flächen und verhindern die gefürchteten Sandstürme. Da die Pflanze sich ordentlich breit macht, gibt es inzwischen wohl auch schon kritische Stimmen, aber ich finde es gibt mal einen kleinen lila Farbklecks auf der Insel. Warum sollte die Globalisierung vor Pflanzen halt machen?
Heute bin ich mit fahren dran, rein in das rote Raketenauto und erst mal die 900 m lange Zufahrt zum Haus gefahren. Die hier überall laufenden Schafe sind eher unbeeindruckt. Wir wollen zum südlichsten Zipfel der Insel. Eine Bucht weiter hatten wir gestern schon gegessen und die Tetris Felsen begutachtet. Diesmal nun zum "Lands End", schon weil man da Papageientaucher treffen kann. Und wir hatten Glück, so einen kleines Kerlchen landet direkt neben uns an der Klippe. Wir machen noch die kleine Wanderung zum Leuchtturm nebenan. Ok, circa 100 Hohenmeter auf 150 Längenmetern schocken uns doch nicht. Oben belohnt uns eine grandiose Aussicht auf Vogelfelsen und Steinen im Meer, welche verheißen das die Black Pearl gleich um die Ecke kommt. Und auf einen großen Parkplatz....wieso laufen wir eigentlich immer... ruhiger Tag stand auf dem Zettel...egal. Da mein Knie leider ein wenig die letzten Tage gequengelt hat, habe ich die Straße zum Ausgangspunkt zurück genommen. Über die Geröllpiste wollte ich nicht. Freddy ist querfeldein und mir ganz Cavalier mit dem Auto entgehen gekommen.
Eigentlich ist der Plan für heute nun erledigt, noch ein Wasserfall und ein paar Steine, dass machen wir doch mit links.
Erst mal ein bis zwei Stunden auf der Ringstraße in den Norden gebraust. Hier hat man den Blick auf riesige Steinwüsten. Es muss einmal sehr viel Lava dort entlang geflossen und erkaltet sein. Es sieht aus als wenn Wachs an einer Kerze herunter gelaufen ist und sich unten sammelt. Hinzu kommt das alles mit Flechten überzogen ist. Ein Quadratkilometer großer gnubbeliger Samtteppich.
Aber endlich, ein Wasserfall. Ich bin aber ein wenig Wasserfallbockig und lasse Freddy alleine gehen. Danach kommt eine spannende Steinformation. So wie die Tetrisfelsen am Strand, nur das sie hier in der Erde sind und die Oberfläche ist glatt abgetragen. Es sieht aus als ob jemand Fliesen gelegt hätte. Achteckige Fliesen. Die Natur hat manchmal lustige Ideen. Danach fahren wir in den nächsten Ort, Essen und einkaufen, denn unser nächstes Quartier liegt im Nichts und wir benötigen Abenbrot.
So im Nichts, dass Freddy die Koordinaten vom Veranstalter bekam. Wir also nach Navi ab in einen Schotterweg. Soll 4 km von der Strasse weg sein. Wir hoppeln auf einem, sagen wir mal ungepflegten Hof zu. Der Besitzer sammelt anscheinend Metall und alte Trecker und alte Busse und überhaupt braucht der den Trödeltrupp. Ich atme innerlich auf, als das Navi uns über den Hof (wir grüßen höflich den Bauern) weiter auf der Schotterpiste lässt. Tja, aber nach einem weiterem Kilometer ist der Weg zu Ende und das Navi will weiter...hmmm! Wenigstens stehen wir kurz vor einem kleinen Wasserfall. Das Rätsel ist schnell gelöst, ein Zahlendreher in den Koordinaten. Wir sind nur 25 km falsch!
Wir hoppeln also 4 km zurück zur Straße und super Richtung Norden. Noch ein kleiner Stopp an einer oktaeder Gesteinsformation und nun aber zum Gästehaus. Im Nichts ist untertrieben. Das hier ist noch dahinter. 17.00 Uhr Feierabend! Morgen geht es auf den Gletscher....
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen