Donnerstag, 25. Juni 2015

Tag 10 - Museen und ein veganes Hot Dog

Man fragt sich ja so eine Menge Dinge, wenn man durch ein Land braust und keine Ahnung hat. Es gibt ja nur so 350.000 Isländer. Das ist 2/3 von Bremen. Wieso haben die hier so viele Wohnblöcke. Sobald mehr als drei Häuser am Stück gebaut sind, ist es auf Island eine Stadt und dann gibt es Blöcke. Um Reykjavik herum sieht es aus wie in einem Ghetto. Jedenfalls nach meinem Empfinden. Sind doch nur so wenig Leute hier und die haben soviel Platz - wieso machen die das?
Wo kaufen die Klamotten? In jeder Stadt (also mehr als drei Häuser) gibt es einen North66 Laden mit Outdoor Kleidung, ziemlich cooler Outdoor Kleidung und einen Laden der diese kratzigen Strickpullis verkauft. Aber wo kaufen die ihre Jeans? Fahren die immer nach Reykjavik? Alles von Amazon? Ich verstehe das nicht... Noch eine Sache finde ich auch seltsam, alle moderen Pop Lieder im Radio, jedenfalls auf dem einen der beiden Sender, sind nachgesungen. Ehrlich!  Gut gemacht, aber nachgesungen. Wir tippen auf eine Rechteproblematik, vielleicht weiß ja einer warum dies so ist. Verstehe ich auch nicht...

Nun zum heutigen Tag, auf unserem Plan standen zwei Wasserfälle - juhu - aber auch ein Besuch der nächsten Stadt Husavik mit seinen Museen. Wie der Zufall so will gibt es dort ein Weltraum Museum. Jaaaaaaa! Das liegt daran, das die Apollo Teams hier immer Mondlandung geübt haben in den 1950ger und 60ger Jahren. Das wußte der Weltraum-Freddy natürlich und wir mussten zuerst dort hin. Ein süßes kleines Museum, auch mit ein wenig Wikinger Geschichte. Es besteht hier übrigens KEIN Zweifel daran, dass dieser eine Isländer als erster in Amerika war und zwar schon so um 980 rum. Das dies mal klar gestellt ist.   Als wir weiter wollten kam die nette Dame aus dem Kassenhäuschen geflitzt. Ob wir uns noch mal eben was besonderes im Keller anschauen wollen? Klar wollen wir! In einer Kellerecke ohne Licht leuchtet sie mit einer Taschenlampe auf eine Zementplatte mit Fussabdrücken. Die wären ganz neu, von einem Apollo Astronauten, der letzte Woche während seines Urlaubes auf Island bei ihnen herum gekommen war. Der Herr sei inzwischen 80 Jahre alt. Das Museum plant einen Walk of Fame, denn im Juli ist 50jähriges Jubiläum der Trainings und da kämen drei andere Astronauten und die Familie von Neill Armstrong. Die würden dann auch alle Fussabdrücke machen. Super niedliche Idee :) Und wir haben es zuerst gesehen, mit einer Taschenlampe im Keller. Ich denke es liegt daran, dass Freddys sein original Nasa Cap aufgesetzt hatte.

Der Ort an sich ist ein alter Walfänger Ort. Die fangenaber keine Wale mehr dort, somit kann man im Hafen überall Whale Watching Touren buchen. Vom Segelboot bis Zodiak ist jedes Gefährt möglich. Naja, wollte ich aber nicht, die sollen die Viecher da draußen in Ruhe lassen. Somit rein ins Walmuseum. Ich wusste nicht, dass es soviele Arten gibt und schon gar nicht das die bis zu 200 Jahre alt werden können. Fein aufgemacht die Ausstellung in einer alten Fisch und Robbenschlachterei. Der Geruch war auch noch gut wahr zu nehmen.

Am Pier dann einen Caffe Latte für mich - das muss Mittags einfach sein. Im Piraten beflaggten Imbisswagen gegenüber sah das Essen spannend aus. Hin da und ja, ein veganes Hot Dog auf der Speisekarte. Gleich schnell 2 Stück bestellt. Sie machte die länglichen Brötchen fertig mit Remoulade, Ketchup, Röstzwiebeln und so und legte die in diese Ablage, ihr wißt schon. Ich dachte:  Super Idee, wir lassen einfach die Wurst weg, dann ist vegan... Ketchupbrötchen! Da sagte Freddy aber, deine Wurst ist noch nicht heiß, lass liegen....Aaaaahhhh- die Tofuwurst kam noch. Welch Glück!

Mittag und nun sind die Wasserfälle dran. Ich habe nur so halb Lust, denn am Morgen warnte eine Dame im Frühstücksraum,  dass die Schotterpiste hin und zurück nicht schön und auch noch jeweils 25 km lang sei. Was soll ich sagen, sie hatte recht, aber der Wasserfall war klasse beeindruckend. 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und endet in Europas größter Schlucht mit einer Länge von 25 Kilometer. Aber Island muss da auch echt übertreiben. Die haben hier landschaftlich auf 5 km mehr zu bieten als andere Länder auf 500 km. Man ist so ein bisschen satt inzwischen, es ist fast zuviel.

Auf dem Weg ins das Gästehaus sind wir nochmal am Myavatn, dem Mückensee, lang. Essen gehen, dem Auto den Staub abspülen und in den Supermarkt. Ursprünglich wollten wir in einen Hot Pot, aber da das Wetter heute so extrem warm und wunderschön war, ist uns die Lust auf heißes Wasser vergangen. Morgen vielleicht! Gehe jetzt meinen Sonnenbrand eincremen.

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