Hmmmmm, was tun am heiligen Abend? Gestern beim Morgen-Gassi kam ich an der Touri-Info vorbei. Und tatsächlich: Heute (24.12., heiliger Abend) gab es um 10.00h eine Stadtführung. Das fügte sich mich veranschlagten eineinhalb bis eindreiviertel Stunden perfekt in den Tagesplan ein. Ich hatte für 13.00h einen Tisch fürs Mittagessen bestellt. Passt!
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| Quedlinburger Rathaus, mit Roland auf der linken Seite |
Dass es doch ein wenig anders kommen sollte, als zuvor geplant bereichte den Tag ungeplanter weise. Denn die Stadtführung dauerte dann doch drei Stunden, und zum Mittag gingen wir dann zu dritt (äääh zu viert, wenn man Molly mitzählt). Die Stadtführung war keine Minute lang langweilig, auch wenn ich zwischen durch mit den Heinrichs und Ottos (mal Kaiser, mal König, mal nur Sohn von Kaiserin) ein wenig durcheinander kam. Allerdings trafen wir hier auch auf eine -wenn auch sehr- alte Bekannte: Kaiserin Thephanu. Bei uns in Verden nur ein Weg zwischen Wall und Dom, und etwas verkannt, hier sehr präsent. (Obwohl sie es war die Verden 985 die Markt-, Münz und Bannrechte verlieh).
Hier in Quedlinburg gab es bis ins späte 19. Jahrhundert ein Damenstift, welches sehr einflussreich auch die Widerspenstigkeiten der Quedlinburger Bürger niederringen konnte. (äääh sorry, /KS-modus AUS/)

Los ging es am Rathaus mit einem Roland an der linken Seite. Erstaunliche Erkenntnis: auch Quedlinburg war Hansestadt! Davor kam der gerade fertiggestellte Marktplatz zur Geltung. Just vor dem Weihnachtsmarkt fertig gestellt. Hier tuen sich Gemeinsamheiten mit der Heimat auf!
Die Stadtführung war sehr interessant, denn die Dame hatte nicht nur eine imposante Dutt-Frisur (nicht nur nach hinten, sondern auch nach oben!), sondern auch ein umfangreiches Wissen. Dies bezog sich nicht nur auf Geschichte (-siehe Heinrichs und Ottos), auch über die Fachwerke und deren technische und historische Zuordnung wusste sie Bescheid.
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| Abgerockt, aber so wurde gebaut |
Neben der Marktkirche gibt es sehr eindrucksvoll Fachwerkhäuser aufgereiht durch die Jahrhunderte anzusehen. Von links nach rechts: 14., 15., 16., und 17. Jahrhundert. Wow! Die unterschiedlichen
Bauweisen waren gut zu erkennen. Ich fand es ziemlich imposant, dass sich sowas sooooooooooo lange hält ohne irgendwelchen blöden Feuerbrünsten oder anderem Zerstörungswahn zum Opfer gefallen zu sein. Nicht mal die DDR-Zeiten haben hier nennenswert nachteilige Auswirkungen hinterlassen. (Kurzer Rückblick zum Florida-Urlaub: ...was die Amis wohl zu Häusern sagen die schon standen als Columbus im späteren Amerika angelandet ist ?!?) -Ich finde es ziemlich beeindruckend!
So, nun aber genug der historischen Ausführungen...
Während der Führung fiel eigentlich nur noch eine weisshaarige ältere Dame auf, die was die historischen Fakten anging mit unserem Stadtführerin auf Augenhöhe eine Art charmanten Battle ausgefochten hat. Zumindest wusste sie gut Bescheid. Sie kam aus Heidelberg und hieß -wie wir später erfuhren- Margarethe.
Denn nachdem die Stadtführung zu Ende ging, stand sie wohl "wie zufällig" in unserer Nähe und hat gefragt was wir nun noch so vor hatten. Wir erzählten von dem reservierten Tisch im "Benedikt" und sie fragte, ob sie sich uns anschließen könnte. Da wir ja nichts gegen solche Begegnungen haben, nahmen wir sie mit. Für ihr Alter (wir haben freundlich wie wir sind nicht gefragt) war sie noch sehr flott unterwegs. Im Benedikt waren wir definitiv die letzten zahlenden Gäste an diesem Tag. Mein Kartoffelsalat war OK, die Gänsekeulen der Damen dann doch etwas adeliger Natur ("von gestern" heisst die Familie wohl). Margathe frug den Kellner dann auch mal, wie viele Wochen die Gans denn schon im Ofen verbracht hatte.
Da sie gestern Abend bei zwei Damen in ihrem Hotel (Zum Bären, gar nicht zufrieden) so einen "Feuerschnaps" gesehen hat, erklärten wir ihr den Schierker Feuerstein (samt Schierker Lied). Sie hat dann drei Stück für uns bestellt. Bezahlt hat sie sie dann später als "diese drei "Feuersalamander". Auch schön.
Nun, denn. Die vorsichthalber organisierten heissen Tassen schlummern unangetastet im Rucksack, und die Weinflaschen geben ihren Inhalt preis. Die Geschenke sind ausgetauscht und der Abend nimmt gemütliche Formen an. Während ich mein Weihnachtsgeschenk "in aller Ruhe" schon ausprobieren kann, muss Nicole noch ein wenig warten... ;-)
Molly geht gleich noch mal den Weihnachtsmann suchen (vielleicht muss sie ja bei der Gelegenheit auch noch mal) und Nicole guckt "Drei Nüsse für Aschenbrödel" zu Ende...
Erkenntnisse des Tages:
In Quedlinburg haben die Straßennamen einen Punkt am Ende, Quedlinburg hat den Hund ("Quedel") im Wappen, aber der Name kommt da trotzdem nicht her, und 1000-Jahr Feiern sind nicht immer schön...
Schöne Weihnachten auch für Euch!