Heute sind wir bei besten Wetter in Workum losgefahren. Die Brücken hatten alle schon „Bedienungszeit“, was auch nötig war. Heute war „Brückentag“. So viele Brücken hatten wir gefühlt noch nie an einem Tag. Fünf oder sechs waren es wohl, und da sind diejenigen, wo wir dank 2,15 m Durchfahrtshöhe so durchpassten noch nicht mit gezählt. Bei der vierten oder fünften hatten wir richtig Glück (wohl als Ausgleich für den eingeschlafenen Brückenwärter), denn obwohl eigentlich schon Pause war (12.06 h; Pause von 12.00h bis 13.00h) hat uns der freundliche Brückenwärter noch die Strasse hochgeklappt. Dankuwel! An der einen Brücke haben wir wegen dem fehlenden Brückenwärterhäuschen schon nach dem Selbstbedienungsknopf Ausschau gehalten, als plötzlich an einem Wohnhaus am Kanal die Haustür aufging und ein Mann in Leuchtjacke die Strasse mit Klapptoren absperrte und uns die Brücke hochgeklappt hat. Beim vorbeifahren haben wir dann auch ein Schild gesehen „Brückenbedienung? Gerne dreimal kurz hupen!“ In der Gemeinde Syd-Fryslân werden zwar pro Nacht und Person ein Euro Kurtaxe beim Hafenmeister fällig, aber dafür sind die Brücken umsonst. Zahlt sich aus für uns unterm Strich. Heute sind wir in Bolsward gelandet. Das hatten wir gestern schon ausgesucht, denn so langsam müssen wir an die Rückfahrt Richtung Sneek denken. Aber einen zweiten Bezug gab es gestern Abend schon in dem leckeren Bio-Veggie-Restaurant. Denn da gab lekker Pilsje „Us Heit“ und das kommt aus: -Richtig, Bolsward!-
Wir wollten noch etwas weiter in die Stadt fahren, wurden aber von einer freundlich wedelnden Dame von unserer geplanten Fahrtrichtung abgebracht. Wir haben dann einfach hinter denen festgemacht. Auch OK. Viel Platz beim Wegfahren zum Manövrieren, genau richtig für uns. Obwohl so langsam wird es. Heute war eine ziemlich komplizierte Prozedur. Das Toilettengebäude samt Duschen geht nur mit einer Chip-Karte auf. Und die gab es bei einem Brückenwärter. Da war bei unserem ersten Versuch gerade (offizielle) Pause angesagt (geschlafen hat da keiner). Bei der zweiten Runde, nachdem wir uns mit einem Eis ausgestattet hatten, war wieder Leben in der Bude und wir haben unsere Chip-Karte bekommen und die Liegegebühr entrichtet. Dafür hat dann der Hafenmeister, der gegen 17.30 h auf seinem Elektro-Fiets angeradelt kam kurz geguckt und uns dann aber einen moien Abend gewünscht.
Der Nachmittag nach einem kleinen obligatorischen Stadtbummel samt ebenso obligatorischen Mittags-Kaffee haben wir bei bestem Sonnenschein erstmal das Dach von unserer Wohnwagen-Hafenbarkasse zurückgeschoben. Ach ja und Besuch hatten wir auch auf dem Boot. Eine Katze stieg aufs Boot und lief einmal außen herum. Bis das Fenster mit Molly kam. Dann war Rabatz! Molly war drinnen am Wuffen und die Katze draußen mit Buckel am Fauchen. Aber da wir wohlwissend alle Türen geschlossen hatten als die Katze auf Boot kam, ist weiter nix passiert.
Bolsward ist ein nettes Städtchen mit einem üppigen Rathaus und im allgemeinen vielen kleinen hübschen Häuschen. Und irgendwie kann man sehen, dass es keine arme Stadt war und ist. Auf dem Weg vom Abendessen zum Boot sind wir dann an einem Schild vorbei, welches das Rätsel ein wenig gelüftet hat. „Hanzestaad Bolsward“ Das erklärt auch den guten Eindruck und die Herkunft des Wohlstands.
Zum Abendessen (mehr oder weniger durch Zufall im gleichen Lokal wie heute Mittag) gab es dann eine vegetarische „Kroket“. Sehr lecker. Als Beilage gibt es irgendwie immer eine Tüte Frittjes (heute als Kartoffelspalten) mit Frittjes-Saus und Erdbeer-Kompott. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber Nicole meinte nur Kartoffelpuffer würden wir ja auch mit Apfelmus essen. Ja gut, stimmt.
Die freundlichen Rumwedeler sind kurz vor dem Hafenmeisterbesuch abgedampft und jetzt sind wir hier alleine am Passanten-Anleger. Auch egal, dann gibt’s morgen früh an der Dusche auch keinen Stau.




