Freitag, 14. September 2018

Letzter Tag im Wald 🌳

Heute ist sozusagen unser letzter Tag. Meine Schuld, ich bin nicht ganz fit, immer unendlich müde. Schlafe sogar bei 10 minutigen Autofahrten ein. Gegen mich ist die olle Molle ein wahrer Jungbrunnen. In dem Zustand ist rumreisen einfach nur anstrengend. Das gerade mir, die immer alles gucken muss!
Da wir unser grob angedachtes Programm „Ostsee bis Danzig“ aber ja schon locker absolviert haben, geht es heute 'gen Heimat. Ganz sutsche. Freddy hat als Zwischenstopp ein süßes Jagdschloss in absoluter Ruhe gewählt. Wir sind hier ehrlich richtig im Nichts. Nicht mal Mobilo geht, dafür aber das WLAN im Schloss 😎

Da ich aber ja zwingend nochmal gucken wollte, ob wirklich alles so günstig ist in Polen , musste ich auf dem Weg kurz in eine Mall. Ich habe mich an Klamotten orientiert, günstiger in den großen Ketten? Nö! Dafür alles nur bis Größe 42. Nicht schön für mich großen Brocken. Schuhe dasselbe...Preis minimal günstiger, aber in 41 ist Schluss. Also nichts für mich!
Aber vielleicht kriege ich jetzt auch den Bogen zu meinem Resümee: 
Ich habe mir zwischendurch Stichpunkte gemacht und einer war: Gertenschlanke Frauen, die an Frühstücks-Buffett riesige Portionen verschlingen. Das habe selbst ich gestaunt! Respekt an euch Polinnen, so aussehen und das, und vorallem die Menge, Essen. Kann nicht jeder!

Weiter sind Polen ein echt entspanntes Völkchen (darf man bei 38 Millionen doch sagen, oder?) Das macht das Reisen hier angenehm, den Besuch im Restaurant für mich zu einer persönlichen Lektion in Gelassenheit, wenn der Kellner nach einer halben Stunde immer noch nicht kassieren kommt.

Weiter sind mir die Betonzäune aufgefallen. Die müssen mal modern gewesen sein. Alles voller Betonzäune die Holz simulieren. Oder Steine. Mal bemalt, mal betonfarben. Ich bin mir nicht sicher was schlimmer ist. 

Wo wir beim Bauen sind. So schöne Landschaft an der Küste und so zugebaut...ich zitiere Herrn Busch: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

Was ist wiederum total charmant finde, das es in jedem noch so kleinen Dörfchen einen Tante-Emma-Laden gibt. Es steht dort „Sklep“, was Geschäft bedeutet,  und dort gibt es die wichtigsten Dinge zum Überleben. 

Danzig war mein Highlight. Was für eine tolle weltoffene Stadt. Das hatten wir in Zeiten der PIS anders erwartet. Unser sehr charmanter Stadtführer erklärte uns dies so: Er wäre in einem Haus aufgewachsen wo viele verschiedene Kulturen wohnten (und der gute war mindestens 60 Jahre) und es wäre üblich zu sagen, das man Danziger sei. Und stolz darauf. Weiter betonte er das es in Danzig für jede Konfession der Welt eine Kirche gäbe und wäre er auch stolz drauf! 
Molly fand Danzig auch superkalifragilistisch toll. Warum? Geschätzte 5 Millionen Tauben und 90 Millionen Federn in Ecken. Super!!!!!

Fazit: Wir kommen wieder! Es gibt noch viel zu entdecken! Vielleicht auch mal ein Ferienhaus-Urlaub an der Ostseeküste. Die uns nämlich eigentlich gefallen 😀























Danzig, der zweite Tag

Heute war dann der zweite Tag Danzig dran.
Nachdem wir gestern in der sogenannten Rechtsstadt (die Altstadt, die gar nicht so alt ist, weil nach dem Blödkrieg Nummer zwei wieder im alten Stil aufgebaut) besichtigt hatten, ist heute die „echte“ Altstadt dran. Gester;waren wir ja mit dem Schiff unterwegs, heute sollte ein Landgefährt sein. Da im Internet die Hop-On / Hopp-off Busse so richtig verissen wurden, haben wir uns für einen dieser Elektro-Mini-und-doch-ganz-schön-groß-Gefährte entschieden. Nicole wollte unbedingt noch mal in diese Markthalle, an der wir gestern vorbei gekommen waren, und ich wollte die „große“ Mühle sehen.

Gesagt, getan. Erst in die Markthalle, die von außen schon sehr gut aussieht. Markthalle, Azendent Cashbar trifft es wohl fast noch am besten. Zur damaligen Zeit (Anfang 19. Jahrhundert) ein Wunderwerk. (Wie wir auf der Elektrokarrentour erfahren haben). Außen Backstein, innen Stahlkonstruktion. Innen drinnen dann ganz viele kleine Lädchen. Vom Metzger bis zum Anzugfachgeschäft, alles da.





Von da aus, sind wir dann mittels Katzensprung direkt zur großen Mühle. Die wollte ich jetzt wieder sehen. Haben wir dann auch. Die große Mühle wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet und war zu seiner Zeit die größte Mühle in ganz Europa. Bis 1945 wurden hier mittels Wasserkraft bis zu 18 Räder angetrieben und bis zu 2 Tonnen Mehl am Tag gemahlen. Passenderweise gab es an der Giebelseite auch gleich eine Backstube. Die Mühle ist imposant groß, aber im Blödkrieg Nummer 2 ausgebrannt. Es waren wohl mal ein paar Läden drin. Momentan ist da nicht viel los, und es sieht ein wenig verwahrlost aus. Das Zunfthaus davor ist besser in Schuss.










Nachdem die beiden Punkte abgehakt waren, war Nicoles Koffeinspiegel mittlerweile auf „unterirdisch“ gesunken (die beiden Instantkaffeetütchen im Hotel waren koffeinfrei) und bedurfte dringend etwas Nachschub. Auf dem Weg zur nächsten Versorgungsstelle wurden wir von zwei freundlichen Herren angesprochen, ob wir nicht Interesse an einer Stadtrundfahrt hätten. Hatten wir, nur war vorher noch die Sache mit dem Koffeinspiegel zu erledigen. Da hatten sie dann auch Verständnis für.
Nach dem Kaffee war tatsächlich noch einer der beiden da, wir fragten kurz nach dem Preis und schon ging es samt Molly im Elektrokarren und mit exklusiver Reiseleitung durch die Stadt. Wir hatten einen sehr netten älteren Herren, der sehr gut deutsch sprach und uns viel erzählt und erklärt hat.


Kreuz und quer durch die Stadt...

Wir führen quer durch die „alte“ Altstadt, und bekamen eine Menge Erläuterungen. Vom Postamt, das im September ´39 ebenso wie die Westerplatte gestürmt wurde und wortwörtlich der Startschuss für Blödkrieg Nummer 2 war, bis hin zur Geschichte Danzigs, die doch sehr bewegt war. Eigentlich damals schon „multikulturell“. Deutsche, Polen, Franzosen, und noch eine Menge mehr haben friedlich in Danzig zusammengelebt. Die Bürger bezeichneten sich gerne nur als Danziger.

Dann kamen wir an das Tor zur Danziger Werft. Dort bekamen wir eine ausführliche Erklärung zu den damaligen Geschehnissen. An den Aufstand in den 80er und den Bildern dazu in der Tagesschau kann ich mich noch gut erinnern. Das es davor (50er und 70er) schon Proteste gegeben hatte, wusste ich noch nicht. Besonders der in der 70er war wohl heftig. Er wurde dann auch nicht ganz unblutig vom Militär niedergeschlagen.
Die damaligen Zustände mit Lebensmittelmarken, die Versorgungslage allgemein und der Sozialismus passten wohl doch nicht so gut zusammen.

Lech Walensa (heute inzwischen auch schon 75) bekam dann in den 80ern nicht nur wachsende Unterstützung aus der Bevölkerung, sonder auch von anderen Gewerkschaften aus sozialistischen Ländern. Die Proteste werden wohl zu Recht als die Keimzelle des Umbruchs im damaligen Ostblock bezeichnet. Am Ende fiel die Mauer und wir sind heute hinter dem „eisernen Vorhang“, den in der Kindheit allgegenwärtig war, zu Besuch. Ich find es toll!
Vor dem Tor steht mit der heutigen Zentrale der Solidarność im Hintergrund ein 42m hohes Denkmal. Drei Betonstehlen (für die drei Aufstände) mit dem Anker als Hoffnungssymbol brechen durch die Oberfläche und schlagen dabei Wellen. Wenn davor steht versteht man das Bild ganz gut. Das Denkmal wurde natürlich in der Werft gebaut...




















Danach ging es noch ein wenig hin und her durch die Geschichte der Stadt. Nach etwas über einer Stunde waren wir wieder am Startpunkt angekommen und um ein paar Eindrücke und Erkenntnisse reicher. Im Krantor (Fotos habt ihr gestern vom Wasser aus gesehen) wurden mit ein paar Männern in einem hölzernen Hamsterrad die Lasten bewegt. Warren die Herren zu dürr, gab es noch einen Rucksack mit Steinen auf den Rücken. Zu leicht Düfte man nämlich nicht sein...

Zum Abschluss sind wir dann noch die Frauengasse, weil Nicole nochmal nach diesem einen Laden und den Kleidern gucken wollte. Leider waren die angebotenen Größen nicht kompatibel. Nicole verließ den Laden trotzdem gut gelaunt...








Dann ging es wieder zurück in unser Hotel am Rande von Danzig im Wald...

Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt.















Donnerstag, 13. September 2018

Danzig, der zweite Tag

Heute war dann der zweite Tag Danzig dran.
Nachdem wir gestern in der sogenannten Rechtsstadt (die Altstadt, die gar nicht so alt ist, weil nach dem Blödkrieg Nummer zwei wieder im alten Stil aufgebaut) besichtigt hatten, ist heute die „echte“ Altstadt dran. Gester;waren wir ja mit dem Schiff unterwegs, heute sollte ein Landgefährt sein. Da im Internet die Hop-On / Hopp-off Busse so richtig verissen wurden, haben wir uns für einen dieser Elektro-Mini-und-doch-ganz-schön-groß-Gefährte entschieden. Nicole wollte unbedingt noch mal in diese Markthalle, an der wir gestern vorbei gekommen waren, und ich wollte die „große“ Mühle sehen.

Gesagt, getan. Erst in die Markthalle, die von außen schon sehr gut aussieht. Markthalle, Azendent Cashbar trifft es wohl fast noch am besten. Zur damaligen Zeit (Anfang 19. Jahrhundert) ein Wunderwerk. (Wie wir auf der Elektrokarrentour erfahren haben). Außen Backstein, innen Stahlkonstruktion. Innen drinnen dann ganz viele kleine Lädchen. Vom Metzger bis zum Anzugfachgeschäft, alles da.





Von da aus, sind wir dann mittels Katzensprung direkt zur großen Mühle. Die wollte ich jetzt wieder sehen. Haben wir dann auch. Die große Mühle wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet und war zu seiner Zeit die größte Mühle in ganz Europa. Bis 1945 wurden hier mittels Wasserkraft bis zu 18 Räder angetrieben und bis zu 2 Tonnen Mehl am Tag gemahlen. Passenderweise gab es an der Giebelseite auch gleich eine Backstube. Die Mühle ist imposant groß, aber im Blödkrieg Nummer 2 ausgebrannt. Es waren wohl mal ein paar Läden drin. Momentan ist da nicht viel los, und es sieht ein wenig verwahrlost aus. Das Zunfthaus davor ist besser in Schuss.










Nachdem die beiden Punkte abgehakt waren, war Nicoles Koffeinspiegel mittlerweile auf „unterirdisch“ gesunken (die beiden Instantkaffeetütchen im Hotel waren koffeinfrei) und bedurfte dringend etwas Nachschub. Auf dem Weg zur nächsten Versorgungsstelle wurden wir von zwei freundlichen Herren angesprochen, ob wir nicht Interesse an einer Stadtrundfahrt hätten. Hatten wir, nur war vorher noch die Sache mit dem Koffeinspiegel zu erledigen. Da hatten sie dann auch Verständnis für.
Nach dem Kaffee war tatsächlich noch einer der beiden da, wir fragten kurz nach dem Preis und schon ging es samt Molly im Elektrokarren und mit exklusiver Reiseleitung durch die Stadt. Wir hatten einen sehr netten älteren Herren, der sehr gut deutsch sprach und uns viel erzählt und erklärt hat.


Kreuz und quer durch die Stadt...

Wir führen quer durch die „alte“ Altstadt, und bekamen eine Menge Erläuterungen. Vom Postamt, das im September ´39 ebenso wie die Westerplatte gestürmt wurde und wortwörtlich der Startschuss für Böldkrieg Nummer 2 war, bis hin zur Geschichte Danzigs, die doch sehr bewegt war. Eigentlich damals schon „multikulturell“. Deutsche, Polen, Franzosen, und noch eine Menge mehr haben friedlich in Danzig zusammengelebt. Die Bürger bezeichneten sich gerne nur als Danziger.

Dann kamen wir an das Tor zur Danziger Werft. Dort bekamen wir eine ausführliche Erklärung zu den damaligen Geschehnissen. An den Aufstand in den 80er und den Bildern dazu in der Tagesschau kann ich mich noch gut erinnern. Das es davor (50er und 70er) schon Proteste gegeben hatte, wusste ich noch nicht. Besonders der in der 70er war wohl heftig. Er wurde dann auch nicht ganz unblutig vom Militär niedergeschlagen.
Die damaligen Zustände mit Lebensmittelmarken, die Versorgungslage allgemein und der Sozialismus passten wohl doch nicht so gut zusammen.

Lech Walensa (heute inzwischen auch schon 75) bekam dann in den 80ern nicht nur wachsende Unterstützung aus der Bevölkerung, sonder auch von anderen Gewerkschaften aus sozialistischen Ländern. Die Proteste werden wohl zu Recht als die Keimzelle des Umbruchs im damaligen Ostblock bezeichnet. Am Ende fiel die Mauer und wir sind heute hinter dem „eisernen Vorhang“, den in der Kindheit allgegenwärtig war, zu Besuch. Ich find es toll!
Vor dem Tor steht mit der heutigen Zentrale der Solidarność im Hintergrund ein 42m hohes Denkmal. Drei Betonstehlen (für die drei Aufstände) mit dem Anker als Hoffnungssymbol brechen durch die Oberfläche und schlagen dabei Wellen. Wenn davor steht versteht man das Bild ganz gut. Das Denkmal wurde natürlich in der Werft gebaut...




















Danach ging es noch ein wenig hin und her durch die Geschichte der Stadt. Nach etwas über einer Stunde waren wir wieder am Startpunkt angekommen und um ein paar Eindrücke und Erkenntnisse reicher. Im Krantor (Fotos habt ihr gestern vom Wasser aus gesehen) wurden mit ein paar Männern in einem hölzernen Hamsterrad die Lasten bewegt. Warren die Herren zu dürr, gab es noch einen Rucksack mit Steinen auf den Rücken. Zu leicht Düfte man nämlich nicht sein...

Zum Abschluss sind wir dann noch die Frauengasse, weil Nicole nochmal nach diesem einen Laden und den Kleidern gucken wollte. Leider waren die angebotenen Größen nicht kompatibel. Nicole verließ den Laden trotzdem gut gelaunt...








Dann ging es wieder zurück in unser Hotel am Rande von Danzig im Wald...

Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt.