Dienstag, 30. Juni 2015

Tag 15 - Langsam geht es irgendwie gen Heimat

Das Programm hat meinen Text für heute gefressen...ich sage nicht, was ich jetzt denke...grrrrrrrr!

Kurzform:
Fahrt nach Reykjavik - gesehen - größte heiße Quelle Europas (stank nicht nach Schwefel!) - Wasserfall gesehen- Das Leben von Snorri im Museum angeschaut (wichtiger Isländer, hat die Edda geschrieben) -Polarfuchs mit Beute flüchten sehen - Bauarbeiter mit Phylonen auf dem Kopf (weil Möwen sie angriffen - Au!) - Tunnel durchfahren

In Reykjavik - Turm von Hallgrimms-Kirche mit Fahrstuhl erklommen- tolle Aussicht genossen - Mitbrinsel gekauft (2 Stunden, jeder Laden, viel Mühe gegeben)

Gleich: Essen gehen, in der Hoffnung auf was anderes, als Pommes oder Veggie Burger

Morgen mehr, wenn das olle Programm mitmacht


Heiße Quelle, professionell gesichert


Snorri


Snorris Pool

Wasserfall, hier läuft 
das Wasser direkt aus der Wand

Montag, 29. Juni 2015

Tag 14 - Die Island in klein Halbinsel

Freddy hatte Recht, die Halbinsel Snaefellnaes ist ein Abbild von Island in klein. Hier kriegt man auf ein paar Kilometern alles komprimiert, wofür man sonst um die gesamte Insel muss.
Wir haben heute Höhlen Tag, es stehen 2 Lava Höhlen auf dem Programm. Beide sind umme Ecke. Als erstes ging es nach Bodir. Ein Ort in dem nur noch ein Hotel und eine Kirche steht. Aber von dort aus gibt es einen Wanderweg zu einem Vulkankrater und einer frei zugänglichen 400 m langen Höhle. Da müssen wir natürlich hin. Leicht bekleidet geht es an der Kirche los. Es hat laut Auto 17 Grad draußen, hier in Polarkreisnähe fühlt es sich an wie mindestens 25 Grad zu Hause. Wer konnte so etwas ahnen beim Koffer packen. Ich habe nur 2 kurzärmlige T-Shirts mit, sehr doof! Heute habe ich aber eins an und wir gehen auf den Wanderweg über das Lava Geröllfeld zum Krater. Freddy will unbedingt mal einen echten Krater angucken, soll er. Auf dem Wegweiser stehen 1,8 Kilometer. Katzensprung! Der Weg windet sich durch Brocken, Felsspalten und Geröll und ich stelle mal wieder fest, dass 2 Kilometer auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Der Krater ist auch eher eine Enttäuschung. Glück hingegen ist die Höhle gleich dahinter. Wir sind bis jetzt auch noch niemandem begegnet,  anscheinend schreckt es doch ab, wenn man nicht direkt an der Sehenswürdigkeit parken kann. Das hat aber auch zur Folge dass es hier so still ist, wie ich es noch nie erlebt habe. Unheimlich.

Die Kirche in Bodir

Der Krater - da müssen wir hin!

Tiefe Felsspalten...

...welche ich todesmutig überwinde

In der Höhle wird uns schnell klar, dass uns einige Kleinigkeiten fehlen. Nicht die warme Jacke, die habe ich mitgeschleppt, aber so eine Taschenlampe wäre schon praktisch im Dunkeln. Also hinter Freddys Handylampe her, wenigstens ein paar Meter. Es wird schnell richtig duster in so einer Höhle, nach 20 m kann man nur kriechend weiter...muss ja nicht...wieder raus in die Sonne. Wir haben ja noch Höhle 2 auf dem Programm. Wieder am Auto waren wir übrigens nach so 3 Stunden...und wir haben nicht gebummelt. 

Die Höhle von außen - Freddy hat Angst!

Drinnen tropft es unangenehm auf den Kopf und in den Nacken


Weiter zur nächsten Höhle kommen wir noch an ein paar spannenden Orten vorbei, merken wir uns für den Rückweg.

Vatnshellir ist eine Lava Höhle die man mit Guide über eine Treppe erreicht. Wir werden mit Helm und Lampe ausgestattet und schon geht es bergab über eine Wendeltreppe. Wir sehen Stalagmiten und Stalagtiten aus Lava und stehen in einer Höhle in wirklich kompletter Dunkelheit. Spannende Erfahrung. Das hier der Eingang zum Mittelpunkt der Erde ist möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Haben wir uns heute aber geschenkt, haben ja noch Programm. Nachzulesen bei Herrn Verne, das Buch heißt mit 80.000 Meilen zum Mittelpunkt, oder so...
Helm steht mir nicht so...

Außer Taschenlampen kein Licht da drinnen


Der nette Guide hat uns fotografiert


Steine, wichtige!



Danach will man wieder ein wenig Sonne und wir sind zum schwarzen Strand. Hier sieht man richtig, wie die Lava im Meer erkaltet ist. Der Strand besteht aus schwarzen runden Kieseln. Hier kann man angenehm liegen und wird von unten gewärmt, nichts kneift, so rund sind die Steine. 





Hier könnte man bleiben, aber, Zitat Freddy: Wir sind ja zum Angucken hier!
Noch in einen kleinen Ort gefahren der irgendwas, aber er war nicht, egal. Gab Kaffee...

Samstag, 27. Juni 2015

Tag 12, Unser nördlicher Wendepunkt, der Tag in Bildern

Heute war unser unser nördlichster Punkt auf der Inselrundfahrt.Zur besseren Orientierung haben wir da mal kurz einen orangenen Leuchtturm hingestellt. Findet sich somit in Google Earth auch leichter wieder. Klick-> hier

Den Rest des Tages gibt's mal in der Kurzfassung heute als Bilderbuch.

Erster Stopp des Tages. Der "Götterfall" (Goðafoss). Das einzige was hier gefallen ist, sind ungefähr das Kreuzfahreräquivalent von einen Dutzend Reisebussen. Erstere aus Letzteren. Wir sind nur flux gucken gegangen. Haben festgestellt, dass das jetzt kein besonders tolles Exemplar Wasserfall ist und sind mit Hackengas weg. Warum das jetzt laut Wiki eine der berühmtesten Wasserfälle ist? Feststellung: Kommen Reisebusse zu Sehenswürdigkeiten, gibt es Kaffee und Kuchen zu kaufen. (Tax-free Shops waren auch in der Nähe). Irgendwie sind Ausflüge von Kreuzfahrern für uns ein wenig zum Abgewöhnen geworden. (Sorry Linda...)


Dann doch lieber den Blick über Fjord, denn die Kreuzfahrer sicherlich nicht hatten, denn bis hier ist das Schiff nicht gekommen.



In  Akureyri gab es im "Nanni-Haus" nicht nur Informationen zu Kartographen, sondern auch zu Monstern der Meere. Hat mich ein wenig an Walter Moers erinnert. Wenn der Zeichner der Cover mal hier nicht abgeguckt hat...




Das Dingen hier war ziemlich gut. Unten an den Holzknöpfen konnte man drehen, und dann kamen an den unterschiedlichsten Stellen Meeresmonster zum Vorschein und man konnte das Meer bewegen. Fast so ein wenig wie bei Jim Knopf.





Hier ein paar Bilder aus dem Heringsmuseum in Siglufjörður. Sehr gut gemacht. Beeindruckend einfach schon durch die Vielzahl der ausgestellten Objekte.











Immer wieder beeindruckend finde ich den Blick über und in die Fjorde. Muss auch in Norwegen toll sein...


Hier der von uns zum nördlichen Wendepunkt auserkorene Ort. Wir waren zwar streng genommen auf der Fahrt zum Dettifoss noch einen kleinen Tick weiter nördlich, aber ab hier geht es jetzt wirklich nur noch gen Süden zurück Richtung Reykjavik.


Nicole: "Nee, hier ist es zu windig.."

"...und da drüben ist das Panorama schöner!"

"Ja, so müsste es gehen..."



Zu Baustellen auf den Strassen hier hatten wir ja schon mal kurz berichtet. Heute haben wir uns zwischen "Schotter-auf-frisch-mit-Bitumen-eingesprühte-Strasse-Verteil-Maschine" und Festwalzer durchgemogelt. Danach fehlten auf gefühlten 20km immer mal wieder Stücke im Asphalt, die dann geschottert waren. Kennen wir aber jetzt ja auch schon...


Und jetzt das absolute Highlight!
Gundula, das hättest Du sehen müssen. Hier gibt es Hufeiesen im Supermarkt zu kaufen. Samt Strassen-Leisetreter, und orthopädischen Zwischenlagen. Zu finden zwischen Tiefkühltruhe, Cola, Müsliriegel und Kasse. Dahinter das komprimierte Baumarktsortiment, mit allem was der Isländer vom Land so brauchen kann.




Tag 13 - ein bisschen Tag 12 und eine lange Schotterpiste

Es gibt noch ein paar Dinge von gestern, die mir noch wichtig erschienen aufgeschrieben zu werden. In Akureyki waren wir in dem Heimatmuseum. Das war soweit ganz nett, am meisten hat mich begeistert, das die Erbauer das Haus im ¨Funky Stil¨ erbaut haben. Was ist denn das, dachte ich mir, das ist hier doch reines Bauhaus, sogar der Garten. Funky Stil ist die Kurzform von Functional Architecture, da muss man erst mal drauf kommen. Ich bin ja bekennender Bauhaus Freund und freute mich sehr, das in dieser kleinen isländischen Stadt ganze Straßenzüge im Bauhaus gebaut und heute noch vorhanden sind :) Ich hoffe die Häuser bleiben noch mindestens weitere 75 Jahre, wenn nicht sogar länger bestehen.
Ein weiterer Part der Ausstellung betraf die Isländische Präsidentin. Ja, die Isländer hatten als erste Nation weltweit eine demokratisch gewählte, weibliche Regentin. Sie regierte Island von 1980 bis1996 und was kommt in das Museum?  Na klar! Die Kleider. Voll wichtig, was sie bei welchem Anlass trug! Was sie politisch geleistet hat in 16 Jahren Amtschaft haben die vergessen auf Englisch dort hinzuschreiben. Stand bestimmt irgendwo auf Isländisch :(
Auch der botanische Garten in Akureyki ist beachtlich, wenn man bedenkt wie karg die Insel sonst ist. Nach einem Museum gibt es nur 5600 Pflanzenarten auf Island. Man sieht kaum bis keine Bäume, wenn dann nur Birken in Hüfthöhe. In diesem Garten blühte und wuchs alles wunderbar und viele Einheimsche waren dort für Fotosessions. Hat man richtig mitbekommen, wenn gut gekleidete Isländer mit Menschen die Fotolampen, Stativen und Kameras schleppen an einem vorbei zogen. Für deutsche Verhältnisse ist dieser Garten eher unspektakulär, um nicht zu sagen ein wenig karg, aber es kommt ja immer auf den Standpunkt an....

Heute morgen, nach kargem Frühstück, ging es los auf die Halbinsel Snaefallsness. Wir sollten die schöne Route durch die Fjorde nehmen. Gesagt, getan. Ich bin ehrlich, wenn mir vorher jemand gesagt hätte, das dies zwar grandiosen Ausblick, aber auch 100 Kilometer durchschütteln und Schotterpiste bedeutet, ich hätte überlegt. Aufgrund der lustigen Straßen hier sind wir sehr froh, das wir einen Leihwagen fahren. Freddy und ich sind uns einig, das wir sonst permanent hätten weinen müssen. Hier fliegt einem der Dreck und der Schotter (walnussgroß) am laufenden Meter um die Ohren. Kein Spass für ¨das Material¨.
Die Halbinsel hingegen ist wirklich hübsch. Wir machen Stopp an einer Hafenstadt, welche diverse Preise als schönste Stadt Islands gewann und die auch wirklich verdient hat. Der Wind probiert uns zwar am laufenden Meter weg zu pusten, aber wir schaffen es trotzdem einen kleinen Rundgang zu machen. Viele Häuser am Hafen sind von 17xx und somit sehr pittoreskt anzuschauen. Bevor wir das näher begutachten, brauche ich allerdings Kaffee. Also ins Restaurant und Kaffee und Salat genießen. Dann auf den kleinen Hügel vor den Hafen. Dort ist ein winzig kleiner, orange farbener Leuchtturm.Hier kann man heute nicht mehr umfallen, denn der Wind bläst so stark, das es einen fast umweht! Ordentlich durchgepustet, können wir nun die Häuser in Angriff nehmen und ja, ein Museum. Fein! Was lesen wir dort? 1570 haben Bremen und Oldenburg (und Engländer und Holländer) rege Handel mit dem kleinen Ort getrieben. Die haben sich sogar gekloppt, wer Handel treiben darf! Wir haben uns wirklich gefragt, wie lange wohl damals ein Schiff von Bremen nach Stykkisholmur unterwegs war. Aber es muss sich ja gelohnt haben für 100 Fässer Mehl, 15 Fässer Bier und ein bisschen Metall. Das Heimatmuseum war im Haus eines reichen, norwegischen Händlers aus 1720. Die hatte wohl Geld, dies würde heute vielen Familien wohl noch als Wohnung reichen. Sehr schick. Auf dem Dachboden war ein Sammelsurium von diversen alten Kleinteilen aufgereiht - mein Highlight: Ein Keksdose mit Churchill drauf. Ziemlich cool!

So, eben die 60 Kilometer ins Hotel und Feierabend mit Blick auf die See bloggen bei einem Einstök. Der Kraftfahrer zählt das dann später ;)


Mahlzeit!



Windig!


Der Blick auf Stykkisholmur
Keksdose


Blick aus Hotelzimmer


Über Stykkisholmur im Wind


Präsidentinnen-Mantel