Meine Laune bessert sich ein bisschen, als wir die Ersten von diversen Wohnmobilen sind, die auf dem Campingplatz Siena anrollen. Dieser hat natürlich schon ein Schild draußen stehen mit den freundlichen Worten "voll belegt". Einen Platz bekommen wir trotzdem. Hinten in der letzten Ecke und irgendwie auch wieder sehr schief. Freddy hat schon von unterwegs neue Auffahrkeile bestellt. Uns ist das mit dem leicht schief stehen ja egal, aber der Kühlschrank...Um ca. 16 Uhr geht es los Richtung Innenstadt. Wir wollten ja Kultur machen und Freddies gesammelten Kollegen haben gesagt Siena lohnt sich. Die zwei Kilometer in die Altstadt laufen wir doch locker zu Fuß! Gedacht und losgelaufen, bei 28 Grad, mit einem recht hitzeempfindlichen Hund, der gerade über mehrere Wochen ordentlich krank war. Der Weg von Google Maps ging an irgendwelchen Hauptverkehrsstraßen entlang um uns dann in ein Einkaufszentrum zu lotsen. In Italien mit dem Hund in ein Einkaufszentrum? Wandert man dann spontan in den Knast? Außenrum gehen ist ein entspannter vier Kilometer Umweg! Freddy sondiert die Lage und wir trauen uns durch das Einkaufszentrum. Rein in den Fahrstuhl, ausgestiegen und völlig entgeistert geguckt! 100 Höhenmeter Rolltreppe! Super für Spaziergänger - für Hunde unmöglich! Aber rechts daneben war eine normale Treppe. Also frisch ran! Nach 2/3 der Strecke habe ich mich einfach auf der Treppe gesetzt, ich habe keine Luft mehr bekommen und Wencke hat sich sofort hin geschmissen und konnte auch nicht mehr. Irgendwann waren wir oben, Freddy hat schon auf uns gewartet, erstmal auf die nächste Bank, auch wenn ich gefühlt zwischen drei Pennern saß. Nici platt-Wencke platt 🥵 jetzt noch Sightseeing? Ich bin ehrlich, ich hätte nicht gedacht dass meine unterirdische Laune noch tiefer sinken kann. Umkehren war auch keine Option, wo sollten wir denn hin? Die lustigen Treppen wieder runter? Also: Schnell in die Altstadt und einfach am nächsten Restaurant was trinken, was essen und Siesta machen. Eine Cola und ein Portionen Gnocchis später ist die Laune von uns schon sehr viel besser. Ran an die Sehenswürdigkeiten! Die Stadt ist proppenvoll, das gefällt uns nicht ganz so gut, also in die Nebengassen. Wann ist 50 m von den Hauptattraktionen entfernt und erlebt eine vollkommen andere Welt. In unserem Fall waren wir in verwinkelten Hinterhöfen und hatten tolle Aussichten.
Sagenumwobenen Hauptplatz der Stadt haben uns natürlich auch noch angeschaut. Wencke hat es geliebt, alles voller Tauben! Und dann wollen sie noch diverse Leute streicheln, weil sie gut aussieht!
Hat ja ein bisschen gedauert, aber der Tag entwickelt sich langsam. Nach dem Sightseeing in Kurzform, es ist wirklich ziemlich voll, beschließen wir mit dem Taxi zurück zum Campingplatz zu fahren. Mal gucken, ob einer den Hund mitnimmt. Wir hatten vorhin aus einer der Hintergassen einen Platz gesehen auf dem ganz viele Taxen stehen. Hin da und unser Glück versuchen! Mit den Fachworten Taxi, Camping und Canem, hatten wir schon berichtet, dass die hier wirklich! alle kein Englisch sprechen, kam gleich ein Taxifahrer und sagte das es kein Problem sein, dass Tier mitzunehmen. Die Altstadtgassen in Siena sind sehr eng, der Taxifahrer war sehr erfahren und ich hatte Mordsspaß! Nur Tuktuk in Asien ist besser 😁 Mit Affenzahn durch Gassen die kaum breiter als das Auto sind. Fußgänger springen hier lieber weg! Am Campingplatz müssen wir dann feststellen, dass der ganze Kram auch nichts kostet! 7 Euro wäre uns das Drama am Hinweg ganz entspannt wert gewesen. Wir kommen auf dem Campingplatz an und es ist auch noch Happy Hour in der Bar! Zwei Aperol Spritz gekauft und dann gemütlich zu unserem Platz geschlendert. Der erweist sich als ruhig und lauschig. Morgen müssen wir nur noch 150 km zum Hotel, wir wollen über Land fahren. Ich werde berichten!

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