Freitag, 26. Juni 2015

Tag 11 - Rheinland Pfalz, wilde Vögel und lösemittelhaltige Badelandschaft

Leider kann ich ein wenig schimpfen. Wir leiden hier im Guesthouse, denn es ist ein Pärchen aus Ludwigshafen da. Die haben aber nichts mit rheinländischer Frohnatur am Hut, eher finden sie alles zu teuer, zu warm, zu kalt, zu überhaupt....gruselig, so richtige Nörgel-Touristen. Erst hofften wir noch, das nur wir sie verstehen, aber das Verhalten und Gerede scheint international verständlich zu sein. Alle Gäste verlassen fluchtartig den Frühstücksraum, wenn Mutti und Vatti aufschlagen. Ich leide gerade unter einem akuten Anfall von Fremdschämen :(

Nun zu dem Erfreulichen. Wir haben über 20 Grad und die Sonne brennt ohne eine Wolke vom Himmel. Laut Plan haben wir frei! Was macht man da? Wandern natürlich! Schnell in den nächsten Ort Reykjalid am Myavatn-See und eine schöne Route in der Touristen Info raus gesucht. Zufällig führt uns diese auch an einem Hot Pot und einem Schwimmbad vorbei. Wir sind gewappnet, das Badezeug und die Microfaserhandtücher sind im Rucksack dabei. Wir starten an einem Pseudokrater (heißt echt so, der tut nur so als ob) und wandern durch Lavageröllwüste zu einer Höhle. In dieser wiederum kann man Baden, denn das Wasser ist 42 Grad heiß. Für mich leider zuviel, ansonsten hätten wir es probiert. Aber wir sind drin herum gekraxelt und das war auch schon klasse. Die Höhle ist übrigens im Privatbesitz. Neid!

Weiter sind wir Richtung Freiland Schwimmbad. Auf dem Weg an Schafen vorbei und durch Lavasand haben uns die ganze Zeit 2 bis 3 Vögel bewacht und immer geschrien. Sehr seltsam, da gehen wohl sonst nicht so oft Leutchen lang. Die haben ihren Aufpasser Job jedenfalls sehr ernst genommen. Mit Security sind wir dann von hinten am Schwimmbad gelandet. Eine große Poollandschaft, gespeist mit schwefeligem Wasser aus dem Vulkan. Es kommt mit 100 Grad oben aus der Quelle und wird dann im Bad verteilt. Was über ist, lassen sie einfach hinten raus die Natur laufen. Sehr praktisch, bei uns undenkbar. Das Wasser wirkt beim Hineingehen, als ob es ¨schleimig¨ wäre und riecht wie Eiersalat. Und das ist die höfliche Formulierung. Man kann da mal wieder ohne Reue pupen und keiner merkt es  ;) Sind wir schon gewöhnt, denn unser Duschwasser im Moment hat diesselbe Konsistenz. Faszinierender Weise bleibt der Geruch nach dem Duschen nicht haften. Zurück zum Pool. Das riesen Becken im Naturstein und mit Sand am Fussboden bietet viele lauschige Nischen. Wir haben uns in eine verkrümelt und gechillt - ich bin fast eingeschlafen und Freddy wollte ein Bild von mir machen, während meine Nase in das Wasser tippt, aber nichts da. Bin vorher wieder wach geworden. Fotos haben wir aber trotzdem satt, denn wir hatten die wasserdichte Kamera mit im Becken. Die hat nun einen üblen Film auf der Linse und mein Nagellack ist weg. Anscheinend ist das Wasser nicht ganz so harmlos, aber unsere Haut ist wie Samt.

Auf dem Weg zurück ins Auto hatte ich so eine Star Trek Idee, aber mein Spock Kostüm lag zu Hause, was ein Ärger, denn man hätte tolle Bilder machen können. Nach der Wanderung hatte ich noch einen Wunsch, das Torfhaus, eine Art Heimatmuseum besichtigen. Ich stehe ja auf sowas. Als erstes mussten wir lernen, das Torf im Isländischen Grassode heißt und das was wir als Torf kennen hier Moor genannt wird. Also waren wir in so einemHaus mit Graswänden und Dach. Das Haus beherbergte bis in die 40ger Jahre den örtlichen Pfarrer. Und die Gegend um Myvatan galt in Island als das gelobte Land.  Es gab Treibholz, Bäume wachsen hier ja nicht so, und Landwirtschaft war möglich. Reiche Ecke! So war auch das Haus groß mit 800! qm Grundfläche. Allerdings lebten dort bis zu 30 Personen. Das Museum war sehr liebevoll gemacht und ein netter junger Isländer erklärte uns viele Dinge. Wir haben auch noch ein wenig so mit ihm gesprochen und er erklärte, dass er in 2 Wochen nach Schweden auswandert. Seine Frau macht dort ihren Master in Antropologie. Wir haben viel Glück im neuen Land gewünscht :)
Nun nach Hause und Abendbrot essen, schließlich ist Sonnenuntergang um 00.43 Uhr und sie geht erst um 1.38 Uhr wieder auf. Wird ne kurze Nacht!


Rein in die Grotte



Schreihals Vogel



Das Abwasser ist kalt



Wo sind wir?

Dies ist ein! Haus


Such Freddy

Donnerstag, 25. Juni 2015

Tag 10 - Museen und ein veganes Hot Dog

Man fragt sich ja so eine Menge Dinge, wenn man durch ein Land braust und keine Ahnung hat. Es gibt ja nur so 350.000 Isländer. Das ist 2/3 von Bremen. Wieso haben die hier so viele Wohnblöcke. Sobald mehr als drei Häuser am Stück gebaut sind, ist es auf Island eine Stadt und dann gibt es Blöcke. Um Reykjavik herum sieht es aus wie in einem Ghetto. Jedenfalls nach meinem Empfinden. Sind doch nur so wenig Leute hier und die haben soviel Platz - wieso machen die das?
Wo kaufen die Klamotten? In jeder Stadt (also mehr als drei Häuser) gibt es einen North66 Laden mit Outdoor Kleidung, ziemlich cooler Outdoor Kleidung und einen Laden der diese kratzigen Strickpullis verkauft. Aber wo kaufen die ihre Jeans? Fahren die immer nach Reykjavik? Alles von Amazon? Ich verstehe das nicht... Noch eine Sache finde ich auch seltsam, alle moderen Pop Lieder im Radio, jedenfalls auf dem einen der beiden Sender, sind nachgesungen. Ehrlich!  Gut gemacht, aber nachgesungen. Wir tippen auf eine Rechteproblematik, vielleicht weiß ja einer warum dies so ist. Verstehe ich auch nicht...

Nun zum heutigen Tag, auf unserem Plan standen zwei Wasserfälle - juhu - aber auch ein Besuch der nächsten Stadt Husavik mit seinen Museen. Wie der Zufall so will gibt es dort ein Weltraum Museum. Jaaaaaaa! Das liegt daran, das die Apollo Teams hier immer Mondlandung geübt haben in den 1950ger und 60ger Jahren. Das wußte der Weltraum-Freddy natürlich und wir mussten zuerst dort hin. Ein süßes kleines Museum, auch mit ein wenig Wikinger Geschichte. Es besteht hier übrigens KEIN Zweifel daran, dass dieser eine Isländer als erster in Amerika war und zwar schon so um 980 rum. Das dies mal klar gestellt ist.   Als wir weiter wollten kam die nette Dame aus dem Kassenhäuschen geflitzt. Ob wir uns noch mal eben was besonderes im Keller anschauen wollen? Klar wollen wir! In einer Kellerecke ohne Licht leuchtet sie mit einer Taschenlampe auf eine Zementplatte mit Fussabdrücken. Die wären ganz neu, von einem Apollo Astronauten, der letzte Woche während seines Urlaubes auf Island bei ihnen herum gekommen war. Der Herr sei inzwischen 80 Jahre alt. Das Museum plant einen Walk of Fame, denn im Juli ist 50jähriges Jubiläum der Trainings und da kämen drei andere Astronauten und die Familie von Neill Armstrong. Die würden dann auch alle Fussabdrücke machen. Super niedliche Idee :) Und wir haben es zuerst gesehen, mit einer Taschenlampe im Keller. Ich denke es liegt daran, dass Freddys sein original Nasa Cap aufgesetzt hatte.

Der Ort an sich ist ein alter Walfänger Ort. Die fangenaber keine Wale mehr dort, somit kann man im Hafen überall Whale Watching Touren buchen. Vom Segelboot bis Zodiak ist jedes Gefährt möglich. Naja, wollte ich aber nicht, die sollen die Viecher da draußen in Ruhe lassen. Somit rein ins Walmuseum. Ich wusste nicht, dass es soviele Arten gibt und schon gar nicht das die bis zu 200 Jahre alt werden können. Fein aufgemacht die Ausstellung in einer alten Fisch und Robbenschlachterei. Der Geruch war auch noch gut wahr zu nehmen.

Am Pier dann einen Caffe Latte für mich - das muss Mittags einfach sein. Im Piraten beflaggten Imbisswagen gegenüber sah das Essen spannend aus. Hin da und ja, ein veganes Hot Dog auf der Speisekarte. Gleich schnell 2 Stück bestellt. Sie machte die länglichen Brötchen fertig mit Remoulade, Ketchup, Röstzwiebeln und so und legte die in diese Ablage, ihr wißt schon. Ich dachte:  Super Idee, wir lassen einfach die Wurst weg, dann ist vegan... Ketchupbrötchen! Da sagte Freddy aber, deine Wurst ist noch nicht heiß, lass liegen....Aaaaahhhh- die Tofuwurst kam noch. Welch Glück!

Mittag und nun sind die Wasserfälle dran. Ich habe nur so halb Lust, denn am Morgen warnte eine Dame im Frühstücksraum,  dass die Schotterpiste hin und zurück nicht schön und auch noch jeweils 25 km lang sei. Was soll ich sagen, sie hatte recht, aber der Wasserfall war klasse beeindruckend. 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und endet in Europas größter Schlucht mit einer Länge von 25 Kilometer. Aber Island muss da auch echt übertreiben. Die haben hier landschaftlich auf 5 km mehr zu bieten als andere Länder auf 500 km. Man ist so ein bisschen satt inzwischen, es ist fast zuviel.

Auf dem Weg ins das Gästehaus sind wir nochmal am Myavatn, dem Mückensee, lang. Essen gehen, dem Auto den Staub abspülen und in den Supermarkt. Ursprünglich wollten wir in einen Hot Pot, aber da das Wetter heute so extrem warm und wunderschön war, ist uns die Lust auf heißes Wasser vergangen. Morgen vielleicht! Gehe jetzt meinen Sonnenbrand eincremen.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Tag 9 - Vulkan ist, wenn es dampft und stinkt!

Die heutige Etappe führte uns von Hallormsstaður durch fast außerirdische Landschaften in die Nähe des Myvatn.
Der gestrige HotPot ist ob seiner Lage natürlich schwer zu toppen, Island hat es aber heute trotzdem probiert. Gleich auf den ersten 40km (also sozusagen "um die Ecke") gab es den obligatorischen Wasserfall. Diesmal haben wir uns aber den Weg zur Wasserkante gespart, wir haben beschlossen aus der Entfernung wirkt er besser.


Nach einigen Kilometern kamen uns dann auch wieder Radfahrer entgegen. Diesmal aber nicht in der Touri-Variante, sondern als Profis mit warnblinkenden Wohnmobilen mit Anhängern hinter her. Das ging dann fast die nächsten 150km so. Immer wieder Radfahrer. Und das im Hochland. Wo der Leihwagen etappenweise im Sekundentakt nach dem nächstkleineren Gang verlangte, tobten die Radprofis nur mal so zum Spaß rauf und runter. Wir haben beschlossen, dass das wohl irgendeine Wohltätigkeitsfahrt sein musste, denn über das Rennen wurde auch hier im Fernsehen berichtet. (Nicole hatte den Fernseher im Aufenthaltsraum im Nullkommanichts in Gang gebracht. Nachdem wir gestern zwar einen Fernseher auf dem Zimmer hatten, nur der Empfang blieb aus.)


Nach einem ca. 100km langen Abschnitt durch das ringstrassenfreundliche Hochland, welches wirklich Mond- oder Marsähnlich aussah (glaubt man jedenfalls, weil auf den beiden war ich ja noch nicht), war der nächste sehenswerte Halt ein Lavafeld am Leihrnjúkur (dem Lehmgipfel). Hier hat es nach 1724 bis 1728 nochmal von 1975 bis 1984 einen Vulkanausbruch gegeben. Daher gab es hier echt viiiiiieeeeel Lava zu sehen. Größtenteils und dankbarerweise kalt, aber zwischendrin gab es immer wieder viele Löcher in der Erde, die entweder dampften oder stanken, meistens aber beides. Da sind wir dann ein wenig herumgelaufen, haben irgendwann den markierten Pfad verloren, und sind dann einfach über die Lavafelder zum nächsten zu erkennenden Pfad gegangen. Nicole wollte auf einmal, dass ich vorgehe. Habe ich nicht verstanden... Wir sind aber heile wieder rausgekommen, und die Fusssohlen sind auch nicht verkokelt.


Zur Mondlandschaft gibts morgen vielleicht etwas mehr, denn dann steht Husavìk auf dem Programm, und dort gibt es ein Raumfahrtmuseum. Wer jetzt glaubt, etwas verpasst zu haben, da ihm die große Raumfahrernation Island durch die Lappen gegangen ist, sei beruhigt. Die Amis haben hier im Vorfeld zu den Apollo Prgrammen ein wenig Mondlandung geübt. Der Landschaft nach geht das hier ganz gut.


Eigentlich wäre jetzt Zeit für einen kleinen Mittagskaffee für die Dame gewesen, aber hier gab es weit und breit keine Gelegenheit. Dabei hatten wir heute morgen beim Frühstück einem Ami zugehört, der seinem Guide erstmal fragte, was die Isländer denn früher so gemacht hätten. Kaffepflanzen hätte er hier jetzt ja keine gesehen, und irgendwas ähnliches müssten die doch getrunken haben damals. Ohne Kaffe kann doch keiner. Naja. Nicole fühlte sich jedenfalls sehr gut in einen frühzeitlichen Isländer verwandelt. Ohne Kaffee läuft der Tag halt etwas unrunder.


Heißes Wasser, bzw. Flüssigkeiten gab es an der nächsten Station allerdings genug zu sehen. Nächster Halt: Vulkan Krafla.
Dass der noch aktiv ist, nimmt man ihm ab. Jetzt nicht so mit Lava und Feuer spucken, aber es gibt ein ca. 40km² großes Geothermalgebiet. Und da man mit heißem Dampf hervorragend Kraftwerke betreiben kann, haben die 1974 auch mal mit angefangen. Inzwischen sind es zwei Turbinen mit zusammen 60MW. klick-> Kraftwerk Krafla
(Merkt man eigentlich dolle, dass hier der Elektriker schreibt? Kaum, nicht wahr?)
Was wir vom letzten Fotostopp noch für die Dampfwolke des Vulkans gehalten hatten, entpuppte sich dann allerdings beim Näherkommen als Teil des Kraftwerkes. Denn hinter jeder Turbine muss der Dampf abkühlen, sonst funktioniert das ganze nicht. Und die riesigen Dampfwolken kamen von der Kühlkaskade des Kraftwerkes. Die ganzen Bohrlöcher drumherum waren alle mit Leitungen verbunden, so dass sich ein silbriges Spinnennetz nurch das Tal zog. Aber nicht alle Bohrlöcher sind so ergebig, dass sie ausreichend Dampf produzieren. Auf einem alten Bohrlochkopf habe ein paar humorveranlagte Arbeiter einfach mal eine Dusche montiert. Die läuft jetzt wahrscheinlich seit 30 oder 40 Jahren so vor sich hin. Mit dem Wasser könnte man übrigens in der Tat duschen. Ich habe vorwitzig meine Finger drunter gehalten. Angenehme Duschtemperatur!


Dann weiter zum nächsten heißen Ort. Der hieß "Námafjall Hverir". Muss irgendwie die isländische Übersetzung sein von "Da wo es zischt, blubbert und stinkt!". Auch hier war es wieder so, dass überall wo Dampf aus der Erde kommt, der Gestank nach Schwefel und all seinen olfaktorisch nicht so berühmten Derivaten, nicht weit weg ist. Hier war das auch so. Allerdings ist das schon wirklich sehr beeindruckend, wenn direkt unter dem Lehmboden blubbernde und kochende Löcher um sich spucken. Da bleibt man wirklich freiwillig auf den markierten Wegen! Die Löcher waren quasi direkt unter einem und meist auch nur zwei Meter tief. Da kann schon mal die Phantasie mit einem durchgehen. Was wäre eigentlich, wenn jetzt plötzlich.... Lieber nicht. Aber auch hier sind wir heile und ohne verkokelte Fusssohlen oder Vergiftungen durch irgendwelche Dämpfe wieder rausgekommen. Für mich, war das sehr sehr beeindruckend. Auf den Bildern fehlt natürlich der Gestank und Geräuschkulisse, aber man kann erahnen was da so los ist. Wie beeindruckend muss da erst ein richtiger Vulkanausbruch sein. Dann aber bitte auch mit der richtigen Entfernung, denn was wäre wenn...


Auf Island gibt es übrigens jeden Tag 20 bis 50 leichte Erdbeben. Da die aber wirklich nur sehr leicht sind, haben wir bisher noch nichts bemerkt. Unsere Wetterapp sagt übrigens Erdmagnetstürme, der Stärke 6 vorraus. Was ziemlich gut für Polar- oder Nordlichter ist. Blöd nur, dass die Sonne hier momentan so gut wie nie untergeht. Ohne Dunkelheit sieht man die Polarlichter halt auch nicht. Astronomischer Sonnenuntergang ist derzeit um 24 Uhr, Sonnenaufgang um 3 Uhr morgens. Dazwischen ist es aber nicht dunkel, denn da die Sonne nur kurz unter dem Horizont steht eher so als wenn sich mal eine Wolke vor die Sonne schiebt.


Nach dem Vulkan ging es dann mitten durch eine Strassenbaustelle. Jepp! Da die Ringstrasse Nr. 1 keine Nr. 2 hat, ist die Strasse also einigermaßen alternativlos. Da gibt es dann keine Umleitungsstrecke. Wo auch. Also wird gebaut und mittenmang durch gefahren. Macht ja nix, wenn da die Schotterschicht aufgerissen wird, und kindskopfgroße (gefühlt) Schottersteine zu Tage kommen. Die Planierraupe kann man auch geschickt umfahren, und flux ist man auch schon durch. Gäbe es bei uns mal gar nicht. Ist hier aber wohl normal. Dem weißen Limosinenfahrer hinter uns ging es auch nicht schnell genug durch die holprige Baustelle, so dass er gleich wieder Asphalt unter den Reifen schnell überholen musste. Hat ihm aber nichts gebracht, denn im Gegensatz zu uns wusste er bei der nächsten Kreuzung nicht wo er lang wollte und wir waren wieder vorbei. Ätsch!


Kurz vor dem Ziel gab es dann doch noch die lange ersehnte Gelegenheit auf einen Kaffee für die Fahrerin! Endlich! Wir haben kurz vor Reykjahlíð halt gemacht. Dort liegt eine kleinere Kopie der blauen Lagune bei Reykjavik. Glücklicherweise verkaufen die auch Kaffee. Auf dem Parkplatz stand dann die Hochlandvariante von Wohnmobil. Allerdings noch sehr sauber. Ob die Eigentümer damit schon im Hochland waren? Mann weiss es nicht. Nicole muss sich aber nun zwischen WoMo und Super-Jeep entscheiden...
Kurz noch die Vorräte im Supermarkt aufgestockt und dann weiter ins Gästehaus. Das liegt direkt an einem kleinen Fluss und hat eine Küche, die wir mitbenutzen dürfen. Gut, dass wir Nudeln und passende Soße im Supermarkt erworben hatten. Da wir drei Nächte hier sind, werden wir morgen von hier aus die Gegend erkunden. Nicole hat eben schon so ein Torfhaus im Internet gefunden. Das schauen wir uns morgen mal an. Bis dann!


Der Beginn der Mondlandschaft

Mond oder Mars?

Wohl doch eher Mond..

...denn da steht ja ein Mondauto!




Uih! Da dampft der Vulkan!

Nee, doch nicht. Nur die Kühlkaskade vom Kraftwerk.

Mitten im Lavafeld. (Kalt) ;-)



Diese Lava sieht nicht sehr appetitlich aus..

Die Dusche im Nirgendwo!

Blubbernder und kochender Schlamm.


Das riecht nicht gut!




Direkt unter den Füssen, sozusagen.



Selbst im Auto müffelt es.

Ab durch die Baustelle! (Ach ja: Höchstens 50!)



Den oder doch lieber den Super-Jeep?!?


Dienstag, 23. Juni 2015

Tag 8 - Ein steiler Anstieg und eine große Hochebene

Heute morgen nach dem Frühstück mit salzigem Porridge, und ich Depp hatte mir da Joghurt und Obst dran gemacht, ging es los zum ersten Wasserfall. Ich dachte so innerlich an die letzten Dreitausend, die wir besichtigt hatten und verfiel in Vorfreude. ¨ Ist der Höchste von Island¨, sagte die bessere Hälfte zu mir. Toll, ist der eben höher als die anderen.
Als ich auf das Hinweisschild am Fuss des Berges sah, mit dem roten Punkt (Hier bist du!) und dem roten Strich der auf den Berg führte und von den Worten 2,5 km gekrönt war, schmunzelte ich ein wenig. Hoch und runter sind 5 km, wir sind am See und da oben sind 450 m über Null. Der Wasserfall hat 150 Meter....300 Höhenmeter! Igitt!  Da es ein wenig kühl war, inFleece und Jacke los. Doch schnell wurde es warm. Der Anstieg dauerte ca. eine Stunde, denn wir mussten an vielen Stellen anhalten um einfach ein wenig zu Gucken. Ok, ich musste manchmal auch einfach nur atmen :) Aber der Weg war unbefestigt, in Deutschland wäre dies unmöglich, und laufen und gucken zusammen würde definitiv schief gehen. Wir hatten so eine kurze Idee, wenn Freddy die Klippe runter springt, ob er dann einen Gratis Helikopterflug bekommt. Die haben wir aber schnell wieder verworfen. Der Weg zum Hengifoss ist auf jedem Meter sehenswert und wenn bis zum Ende durchhält wird man mit königlichem Anblick belohnt. Der Wasserfall klingt wie ein startender Düsenjäger und zeigt allen seine Kraft und Gewalt. Die Sonne war auch mit dabei, worüber wir sehr dankbar waren und eine Pelle nach der anderen wurde von uns abgeschmissen.
Runter ist ja nie das Problem - wir waren oben noch fast alleine, auf dem Rückweg kamen uns wirklich viele andere Touristen entgegen. Glück gehabt!

Schnell noch in einem kleinen Museum Halt gemacht und was über Elche und Polarfüchse gelernt, dann rüber in ein nettes Cafe. Die Sonne war inzwischen in voller Fahrt, wir haben uns draußen Kaffee, Cola und ein Stück Torte geteilt. Von einem Paar am Nachbartisch kam noch ein guter Tipp - oben im Hochland ist ein Hot Pot, da müsst ihr hin. Hochland stand auf dem Programm, der Hot Pot noch nicht. Hmm, natürlich heute sind wir das erste Mal ohne Badesachen los, na super! Kurzentschlossen eben die 10 km zum Hotel zurück und die Sachen geholt. Dann ab auf die Hochlandstraße. Die ist ein Glück für uns Touris,  denn normalerweise kommt man nur mit Superjeeps auf eine der Hochebenen. Da hier aber ein Wasserkraftwerk gebaut wurde, benötigte man damals eine Zufahrtsstraße. Die geht durchs Hochland. Perfekt. Das Wasserkraftwerk wollte Freddy angucken, somit sind wir die Straße entlang gefahren. Sehr mondähnlich und karg. Man kann drei Kilometer im Vorfeld sehen, wenn ein anderes Auto kommt und hören noch früher, denn es ist dort still. So richtig still. Ich fand das Kraftwerk so naja, also zurück und in den Hot Pot. Wir sprechen von so 20 km einfache Strecke, aber das ist hier nichts. Das Hostel mit dem Hot Pot (hihglandhostel.is) liegt wirklich sagenhaft. Man sitzt im warmen Wasser und guckt auf einen Wasserfall und auf die Gletscher des Snaefell. So cool und unbeschreiblich. Hätten wir nicht schon ein Zimmer, wir waren geblieben.

Mal gucken was der Tag morgenso zu bieten hat...

Montag, 22. Juni 2015

Tag 7 - Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der...

Tja, die Reisebeschreibung deutete es bereits an und was soll ich sagen. Heute sind wir irgendwie nur gefahren, und gefahren, und gefahren. 350 km für die wir allerding locker 7 Stunden gebraucht haben. Und das obwohl man eigentlich ganz gut die Maximalgeschwindigkeit von 80-90 kmh durchhalten kann.
Aber ich wollte ja noch was zum Thema isländische Hausmannskost sagen. Wie gedacht, gab es auf dem Buffett gestern viel Fleisch, aber auch leckere Beilagen. Die Suppe war vegetarisch und der Nachtisch war Eis. So anders als bei uns hat es nicht geschmeckt. Ich war kurz am Zögern und hätte beinahe das Lamm probiert, aber mein Wille hat gesiegt. Unsere Gastgeberin erklärte nämlich sie habe draußen 600 Schafe und ca.1100 Lämmer. Nachdem was wir so an den Straßenränder gesehen haben, sind die eher kleine Bauern. Es ist unglaublich, was hier überall an Schafen rumrennt. Auch auf der Ringstraße, der N1, der Hauptstraße des Landes, von mir gerne mal als Autobahn bezeichnet. Die haben hier definitiv viel mehr Schafe als Einwohner! Aber definitiv auch eine andere Vorstellung von Hauptstraße als wir.
Wir sind ja nun im Ostendes Landes. In den Fjorden. Dieser Landstrich sieht aus wie Norwegen, ist aber ziemlich entvölkert. Nach einem Vulkanausbruch 1875 starben Tausende am ausgetretenen Gas und weitere 20 000 zogen hinterher weg weil Landwirtschaft nicht mehr möglich war. Bis heute leben hier nur 10.000 Menschen. Dafür eine Infrastruktur aufrecht erhalten, erklärt so manchen Preis im Laden.
Auf unserem schlängeligen Weg durch die Fjorde haben wir kurz Halt in Djupivogur gemacht, Steine angucken und im Hafenbecken Seesterne bestaunen. Und perfekte wasserfeste Stromversorgung. Dann gegen Mittag in Breiddalvalsvik waren wir erst im Supermarkt/Cafe eine Waffelessen und dann im Heimatmuseum. Dieses war zwei großen Söhnen/Bewohnern der Stadt gewidmet. Einem Linguistiker und einem Geologen. Da man vom Geologen mehr ¨fassbare¨ Dinge zeigen kann, war alles voller Steine. Wirklich reizend, es war nichts los und eine junge Frau hat uns alles genau erklärt. Falls ihr mal in dem kleinen Dorf seid, reingehen und angucken es lohnt sich!
Nach noch ein paar Stündchen Fahrt sind wir nun in einem Guesthaus in Islands einzigem Wald gelandet. Nebenan ist noch ein Hotel in dem man Abendbroten kann, wollen wir aber nicht. Wir ahnen, dass wir die 45 Euro pro Person für das Büffett nicht raus essen. Unten an er Straße hatten wir eine Tankstelle mit Eisladen gesichtet, da gucken wir mal, ob die nicht was für uns haben. Bewegung muss nach dem Sitzen auch mal sein, also hin da, lecker Softeis mit Toppings gegessen und asiatische Nudelsuppen (mehr als einen Wasserkocher haben wir hier nicht) gekauft. Ok - Geschmacksrichtung Beef, aber es ist gar kein Fleisch drin. Wir haben die in Inhaltsangaben studiert. Nur Artificial Flavour. Kunstgeschmack eben...in der Not!
Im Zimmert hängt ein Fernseher der nicht geht...tja, dann eben ein Buch. Gute Nacht!


Auch dies ist die Autobahn