Mittwoch, 29. September 2021

Der Spreewald und das fast vergurkte Wetter

Nicole hatte für die letzten beiden Tage der Tour noch einen Campingplatz in Lübben herausgesucht. Der kam auf Google zwar in den Bewertungen nicht so gut weg, erweist sich aber doch als ganz brauchbar. Die schlechten Kritiken stammen wohl von den Leuten, die auf dem ganz in der Nähe befindlichen WoMo Stellplatz standen, und sich in das Sanitärgebäude „geschlichen“ hatten. Das fand der  Campingplatzbetreiber natürlich nicht gut, und hat ein paar sehr eindeutige Schilder aufgestellt. Naja, auf dem Campingplatz haben wir jedenfalls ein strategisch günstiges Plätzchen erwischt. Nahe der Dusche, und dem morgendlichen Stellplatz vom Bäcker, der zwischen 8.00 und 8.30 frische Brötchen verkauft.



Wahlweise kann man hier im Gurkenfass pennen. Wir bleiben aber aus Gewohnheit lieber im WoMo.

 Nach der Ankunft gestern haben wir erstmal kurz den Hund gelüftet. Dabei kamen wir auch direkt an einer Anlegestelle für Rundfahrten mit einem Spreewaldkahn vorbei. Die „flotte Runde“ hatte noch Lust um 17.00h los zu fahren und uns, den Hund und noch sechs Leute über Wasser zu schippern.
In Anbetracht der heran nahenden Dämmerung blieb es dann aber bei der 1,5h Tour. Dabei gab es dann drei Schleusenfahrten dazu. Ein Großteil der Tour ging über die kleinen Verästelungen der Spree mit Muskelkraft von unserem Kapitän an dem langen Staken. Nur auf der Hauptspree (damit auch weiß, wann man auf der echten Spree ist „Hauptspree“) wurde mal kurz der Außenborder angeworfen. Mit ein paar launigen Anekdoten und Informationen sind wir dann über Wasser geschippert. Der Gurken-McDrive war leider unbesetzt, so dass ich es tatsächlich Bistümer nicht geschafft habe eine Gurke „auf die Faust“ zu ergattern. Der Gurken-Paule am Steg hatte nämlich auch gerade zu gemacht. Einen kleinen Eimer Meerrettich-Senf Gurken habe ich dann heute Nachmittag am Stand gegenüber vom Gurken-Paule noch ergattern
können.








So eine Kahntour ist schon urig, und die kleinen Boote haben alle die Spreewald Form. Das ist die einzige zugelassene Bootsform, die mit Motorkraft / Außenborder hier bewegt werden darf. Die Berliner hatten es wohl einen Zeitplan etwas übertrieben, und sind mit den Sportbooten in den Spreewald eingefallen. Da war die Idee „Motorkraft nur am Spreewaldkahn“ dann das Mittel der Wahl.

Dass wir die Tour gleich gestern schon gemacht haben war eine der besseren Ideen, denn heute ist das Wetter relativ vergurkt. (Das Wortspiel musste jetzt sein). Ziemlich nass von oben. In Berlin gab es wohl einige Einsätze der Feuerwehr wegen Starkregen, ganz so schlimm war es hier dann doch nicht. IM WoMo hört sich Regen ja immer viel schlimmer an, als er draußen wirklich ist. Wir sind trotzdem lieber drin geblieben. In der kleinen Regenpause flux den Hund gelüftet, um rechtzeitig vor dem nächsten dicken Regen wieder im WoMo zu sein.
Im Gegensatz zu Forchheim ist die Altstadt hier nicht so bemerkenswert ausgefallen, wir haben uns das Schloss und den Marktplatz und ein kleines Stück Stardmauer aus dem 15. Jahrhundert trotzdem angesehen.














So war aber wenigstens Zeit die Liste der Dinge, die noch gemacht werden müssen zu erstellen. Vom jüngsten Defekt des Badezimmerwasserhahn, bzw. des zugehörigen Pumpenschalters,  über den immer noch nicht kühlenden sogenannten „Kühlschrank“ bis hin zum Bremsencheck. Die neuen und höheren Auffahrkeile habe ich schon mal bei großen A geordert.

Nach ein wenig rumlungern und Schönheitsschlaf der Damen können wir gleich los in die „kleine Gärtnerei“. Die hatte zwar gestern Abend keinen Tisch mehr für uns, aber ich hatte dann mal für heute Abend reserviert.


Morgen geht es dann dann nach knapp drei Wochen wieder nach Hause. Fazit: WoMo ist schon ganz praktisch, aber wenn man etwas sehen will, braucht man entweder mehr Zeit, oder man darf nicht so weit fahren zwischen den Etappen. Und: Insbesondere am Wochenende vorher lieber reservieren.

Wir bleiben dran und schauen mal, wie wir die nächsten Touren planen.
Ihr werdet es hier lesen können. ;)


Dienstag, 28. September 2021

Nicht schon wieder diese Straße!

Gut und früh in Lazise vom Hof gerollt. Na ja vorher noch die Nachbarstellplätze mit einer kleinen Präsentation aus dem Themenkreis "Wie zirkele ich ein Wohnmobil von einem winzig kleinen Stellplatz mit zwei bescheuert gepflanzten Bäumen ohne das ich hinterher einem Scheidungsanwalt benötige" 
Die Lösung ist einfach: Nicht verheiratet sein 😂
Nun aber auf nach Deutschland über den Brenner. Ich fahre und fahre und fahre...und fahre.
Plötzlich steht man vor der größten Mautstation der Welt mit ca. 30 Schaltern und dann werden die Straßen wieder enger und steiler.
Was ist das denn jetzt? Wir wollten doch nur noch auf großen Straßen über in Berge. Nach diversen Staus kommt eine Strecke mit recht imposanten Steigungen. Am Reifen vorn klackert was im Stehen und Rollen. Merkt man auch im Lenkrad. Hmmm, angehalten mit Warnblinker und Freddy mit gelber Weste auf die Straße. Verdacht von mir, Radlager. Achsmanschette sieht gut aus, Reifen hat kein Spiel. Was tun? Weiter fahren. 
Ich wieder in den Bergen mit fahren dran und dann sowas. Kurz nach dem Klackerm, wird die Straße so steil, das wir nur im ersten Gang mit 20 km/h voran kommen. Lange Schlange hinter mir, gute Tipps von rechts, WoMo Rentnerchen am Anschlag...grrrr! Ich fahre in jede Parkbucht um 20-30 Autos vorbei zu lassen. Irgendwie unangenehm, obwohl man nichts für die Geschwindigkeit kann. Oben angekommen war ich glücklich! Und Freddy verkündet: Jetzt bist du dieselbe Straße rauf gefahren, wo dir beim Hinweg die Bremsen versagt haben! Toll! Das hatte ich mir zu Weihnachten gewünscht. Glücklicher Weise sind wir kurz vor unserem vorgebuchten Campingplatz. Ich mag für heute keine Berge mehr. 
Der Platz ist von drei Seiten durch die Isar begrenzt und von einer Seite von der Bundesstraße. 
Schnell einem Stellplatz gesucht, wo egal Dank freier Platzwahl, und dann die Wencke lüften. Das WoMo wird ja immer sehr warm bei der Fahrt. Wanderwege in sind überall um uns herum, also einfach über die Straße, sobald eine Lücke im nicht unerheblichen Verkehr kommt. Mit Geduld geht alles besser, wir haben Zeit und dort drüben beginnen alle Strecken. Wir haben 2 Stunden, bevor es regnen soll, sagt die Wetter App. Schon bald sind wir auf der anderen Straßenseite. Wegen des angedrohten Regen stopft Freddy seine Regenjacke in den Rucksack, ich entscheide mich für den roten Universalschirm. Der hält nicht nur trocken bei Regen, notfalls kann man damit auch Bären und Wölfe verscheuchen. Immer praktisch, so ein Knirps. 
Am Start der angedachten Strecke ist ein Parkplatz. Als wir da entlang wandern kommt ein Einheimischer mit seinem Hund im Auto an. "Mögt ihr Mountainbiker?" Wir schütteln vehement mit dem Kopf. Dann mögen wir lieber den Wanderweg meiden, da wären die wie die Fliegen. Wir nehmen den Ratschlag gerne in an und flanieren entspannt 1,5 Stunden in an der Isar. Begleitet von lauten Kuhglocken. Ich frage mich, ob dies nicht aus Tierschutzaspekten, ihr wisst schon, die armen Kühe kann man doch auch mit GPS wieder finden! So ein Geklingel die ganze Zeit...


Die Kneipe am Platz verkauft heute l
Käse-Spätzle. Lecker! 
Ab morgen geht es Richtung Spreewald. Der Weg ist noch nicht fix.. 

Letzter Tag Italien

Ich hänge ja übel hinterher mit Schreiben 🤭 Alles nur weil wir dank Robert jetzt wissen wie man Phase 10 spielt. Super Anleitung, vielen Dank, Rob! Jetzt wird Abends mindestens eine Runde gespielt. Oder gekniffelt. Wir werden zu üblen Zockern! Aber dann wird die Zeit knapp zum Bloggen. Dauert ja doch immer ein wenig. Ich diktiere gerne direkt in die Tante Google, aber nur wenn keiner zuhört. Schwierig auf 10 Quadratmetern. Das heißt für mich tippen und das ist nicht meine stärkste Disziplin in auf dem Mobilo.
Aber zurück zum Wichtigen, dem Reisetagebuch. Der Gardasee. Erste Nacht gut und ruhig zu verbracht. Am nächsten Morgen die wirklich guten Duschen genutzt und Brötchen gekauft. Nach dem Frühstück wollen wir in den Ort Lazise, Kultur, Kaffee und Gelato geniessen. Ich war schon auf dem Hinweg erstaunt wieviele Menschen so an der Promenade am Strand rumliegen. Und das morgens um 11.00 Uhr. Nichts da Nebensaison und im Ort dann, mal wieder, alles voll 🙈 Enge volle Gassen mit Hund sind nicht meins. Und auch nichts für Wencke. Schnell in ein Cafe gesetzt um einen Beruhigungs Latte zu trinken. Schönes Städtchen aber ein Billig-Klamotten Shop am Nächsten. Und alles voll. Ich höre italienisch, deutsch, russisch, dänisch, sehr international. Macht es aber nicht besser. Wir möchten wieder zum Campingplatz, da ist es ruhiger. Vorher vielleicht doch noch ein Eis und diese Statue anschauen. So ähnlich wie die Meerjungfrau in Kopenhagen. Naja, ich hänge ein Bild an für die eigene Meinung.
Wir bahnen und den Weg zurück zum Campingplatz. Neben Spaziergängern trifft man auch sehr viele ältere Herrschaften in voller und teurer Cross Montur auf riesengroßen E-Mountainbikes. Mit dicken Reifen, dicke Reifen sind anscheinend gerade modern. Früher wollte niemand dicke Reifen, dann war man unmodern und das Fahren war anstrengender...ich schweife ab! Boah, die können alle nicht bremsen und müssen zwingend auf dem einen Meter breiten, menschenvollen Weg fahren. Bei einem sagt man ja nichts, aber bei 20 in drei Minuten schon. Nervig! 
Am Platz machen erst mal alle ein kleines Nickerchen vor dem Camper. Abends zieht es uns wieder in das Strandrestaurant. Lecker Pizza und anschließend frei flitzen für Wencke mit ein paar Hunden am Wasser. Schön! Morgen früh fahren wir nach Mittenwald. Direkt hinter der deutschen Grenze. Lieber früher aufstehen, denn wir brauchen ja doch immer ein gutes Stück länger in als der Routenplaner angibt.
Der leere Strand an unserem Campingplatz, manchmal ist es gut, wenn man woanders landet


Samstag, 25. September 2021

On the road again

Endlich wieder unterwegs. 
Nach einer Woche im Hotelzimmer wurde ich langsam hummelig, Wencke hatte so langsam die Idee, das wir zu Hause auch einen Hundpool brauchen. War auch wirklich eine feine Sache. Und erstaunlich entspannt...als ob die Köterchen wussten das Urlaub ist. Aber unser Hund fand das Hundparadies ziemlich klasse. 
An unserem letzten Tag vor der Abreise waren wir noch in einem weiteren Hafenstädtchen, Marina de Grosseto. Tja, es gibt nichts zu berichten. Wir waren auf der Suche nach einer Eisdiele, denn hier ist das Eis überall de Martin lecker, aber leider kein Erfolg. Auf dem Hinweg haben wir die größten Schlaglöcher Italiens gefunden (wenn bei 20 km/h die Töpfe aus dem Schrank fallen), dann den seltsamsten WoMo Stellplatz um dann in einem hässlichen Ort mit ca. 100 "Hunde verboten" Schildern zu landen. Natürlich gab es keine Eisdiele. Hund und uns an Verbotschild vorbei in Strandbar gemogelt. Dort Latte Macciato und Stieleis bekommen. Hmmm! Nicht so toll...egal!
Jetzt sind wir wieder on the road - eine längere Strecke nämlich an den Gardasee. Google sagt 4 Stunden, dann brauchen wir 5-6. Also früh los damit wir einen Platz bekommen. Ist ja Nachsaison, wir sind optimistisch etwas auf dem Gemeinde Campingplatz in Lazise zu kriegen, wenn wir früh genug anrollen. Ein paar Mautautomaten, vollgemüllte Raststätten und ca. 50 Tunnel weiter kommen wir an.
Ich muss noch eben einschieben, dass ich unterwegs für meine Verhältnisse mutig war. Wollte Kaffee und war in der schmierigsten Raststätte ever und habe dort gleich auch noch eine Zigarettenanzünder 3er USB Steckdose gekauft. Fehlte uns nämlich. Im WoMo Verpackung geöffnet...leer! Mist! Das glauben die dir nie. Trotzdem in die schmierige Bar...Leere Verpackung  auf den Tresen und ein bisschen gefuchtelt. Der Mann konnte kein Englisch, ich kein Italienisch. Und unter Knurrgeräuschen durchbrochen von italienischen Schimpftiraden hat er mir einen neuen Stecker gegeben. Und das wo ich so eine Umtausch Mimose bin. War ein bisschen stolz auf mich 😊
Zurück nach Lazise am Gardasee. Natürlich war der Campingplatz um 15.00 Uhr voll, so wie der gesamte Ort. Nebensaison, nicht in diesem Jahr nach Corona! Aber wir haben dazu gelernt. Geparkt und Plätze abtelefoniert. Nach 10 Minuten und dem 5ten Platz hatten wir Glück. Ein neu eröffneter Platz etwas außerhalb. Eigentlich wollten wir mal ein paar Restaurants zur Auswahl, aber Stellplatz ist wichtiger. Als wir ankommen denken wir, was für ein riesiger Platz! Mit über 200 Stellplätzen! Für unsere Camper Nachbarn: Eine kleine Anlage im Gegensatz zu dem Nachbargelände mit über 1000 Plätzen...wir haben sogar Seeblick vom WoMo, überall Hunde, was will man mehr. Abends nett in einem Restaurant am Ufer unsere erste Italien Pizza gegessen und dann im WoMo auf den See geschaut. Schön!

Mittwoch, 22. September 2021

Der niedliche Nachbarort muss inspiziert werden

Alle Ausflugstipps die Google Maps oder irgendwelche Internetseiten uns präsentieren, sind locker 1,5 Stunden Anfahrtsweg entfernt. Das will doch niemand. Also den Nachbarort per Internet untersucht und festgestellt: Kirchen mit Baujahr 1051 und eine kleine mittelalterliche Siedlung unter einer Burg. Reicht doch!
Öffentlichen Parkplatz ausgekundschaftet (keine kleinen Gassen, ihr wisst schon...) Mann und Hund ins WoMo'chen geladen und los ging die wilde Reise. Der öffentliche Parkplatz hat uns natürlich nicht genommen, denn er war erstens komplett voll und zweitens nicht für Wohnmobile erlaubt. Tolle Wurst! Nun hatten wir einen genialen Plan, klappt der auch nicht. Also langsam auf der Hauptstraße lang getuckert und einen Parkplatz am Rand gesehen -Ha! Den nehmen wir! Das sah die nette Polizistin, die gerade des Weges kam, allerdings ganz anders. Der Motor war noch nicht aus, da durften wir schon weiterfahren. Aber sie hat uns netterweise die Richtung zum Wohnmobilparkplatz gezeigt. Der war groß und gratis! Hund die Kühlweste angezogen, ich mir die Fersensporn freundlichen Sneaker und dann alle Mann wieder aus dem Auto geladen und fröhlich den Berg rauf gelaufen. 
Die Häuser an dieser Straße haben wirklich einen charmanten Blick, aber man kann da weder fahrradfahren, noch spazieren gehen, meiner Meinung nach. Puuuh! 

Nachdem wir die mittelalterliche kleine Siedlung inspiziert haben, ging es auch direkt runter in die Stadt und zum Hafen. Eine nette kleine Fußgängerzone lud zum shoppen ein. Das erste Eiscafe mit Schatten wurde angesteuert um ein wenig zu entschwitzen.
Ein paar Mitbringsel besorgt und dann ging es auch schon wieder zurück zum Auto. Wir wollten ja noch ein wenig einkaufen und am Nachmittag hatten wir eine Massage im Hotel gebucht. 
Frisch massiert nur noch Abendbrot gekocht und dann war der Tag auch vorbei. 
Heute haben wir nur im Hotel verbracht. Spät frühstücken, dann ein wenig mit Wencke in den Hundepool, dann in unsere Zimmer ein bisschen Hörbuch hören, noch mal ein zwei Stündchen an den Hundepool legen, dann ein Latte Macchiato im Restaurant trinken. Leider gab es keine Eisbecher, also zurück ins Zimmer und gekauften Kuchen mit Pampelmusen Limo zum Kaffee. Heute Abend buchen wir Roomservice....
und zu guter Letzt noch ein Foto von den lustigen Pflanzen die man nach einer Tour am Womo findet 😁