Tja, bei wirklich ekeligem Wetter sind wir im Odenwald gestartet. 30 Grad und Regen braucht wirklich niemand. Durch den Regen in das Sauerland. Hier sind komode 25 Grad und es ist trocken.
Da wir nicht großartig Rumfahren möchten, gehen wir nur die kleine Wanderrunde um das Hotel. Morgen wollen wir etwas mehr laufen.
Unser Zimmer ist nach der Garage eine echte Erholung. Wir sind in der 12, dem größten Zimmer mit riesigem Balkon. Auch hier ist es sehr klassisch eingerichtet. Freddy ist fasziniert von den goldenen Armaturen, aber das Zimmer ist eine wahre Erholung :)
Heute morgen in meiner schlau App eine schöne Runde im Nachbarort ausgesucht. Nicht zu lang, außerdem ist Regen angekündigt und es ist leider sehr schwül.
Auf nach Oberhennenbach. Alles geht gut los, wir parken am örtlichen Gasthof, wandern los, kommen im Dorf am letzten Haus vorbei, die haben Laufenten im Garten. Molly an der Flexi, kein großes Thema. Eigentlich. Nach dem Haus geht es über eine Weide 150 m ziemlich steil bergauf, oben dann links auf einen kleinen Wirtschaftsweg. Alles hübsch, wir gehen so, links und rechts nur Weiden. Nach so 100 m Molly abgeleint, sie läuft auch noch 30 m auf dem Weg geradeaus und dann, in entspanntem Zutteltrab, quer über die Weide wieder nach unten ins Dorf. Ich wußte sofort was sie will - brüllend hinter dem Hund hinterher! Außen rum - weil über die Weide nicht mit meinen Chucks ging. Freddy querfeldein... Zwei brüllende Niedersachsen im Sauerland. Freddy hat das Arschlochtier unten zuerst gefangen, leider hatte sie das einzige, aus dem Stall ausgebrochene, Huhn erwischt. Die vorher gesehenen Laufenten waren zu der dort wohnenden Dame ins Wohnzimmer geflohen. Schlaue Enten, armes Huhn! Obwohl Molly auf mein im Galopp gebrülltes "Aus" brav das Huhn ausspuckt, war es leider nicht mehr zu beleben. Nun ist Molly offiziell eine Mörderin. Freddy ist sehr beleidigt mit dem Hund, ob der gezeigten Charakterlosigkeit. Ich ob des unglaublich frechen Ungehorsam. Sauerländer Dorfbewohner sehen das nicht ganz so eng. Die Nachbarin, angelockt von unserem Alarm, kam rüber und meinte lapidar, das die Huhn Besitzer nicht da sind. Ich solle mich nicht so aufregen, wäre halt so bei Hunden. Dabei bin ich 300 Meter brüllend gerannt, bei 100% Luftfeuchtigkeit und Puls 600. Dann steht man klitschnass geschwitzt da und probiert den Impuls den Hund zu verkloppen zu unterdrücken. Trage extra ein schwarzes T-Shirt, da sieht man das Schwitzen nicht so. Heute klappt auch nichts. Die Uma Thurman der Hundewelt sitzt brav neben mir und schwitzt nicht. Freddy schlägt vor ihr einen gelben Overall zu kaufen.... Ich schweife ab. Netter Weise probiert die Nachbarin noch den jungen Mann im Dorf zu finden, was ihr nicht gelingt. Doch der nach Hause kommende Sohn weiß mehr. Die sind nur einkaufen. Wir sollen weiter wandern und hinterher rumkommen, dann sind die wieder da. Gesagt getan. Bewegung baut Adrenalin ab. Gewandert mit Hund in Fuß an kurzer Leine, 7 Kilometer, Strafe muss sein. Frage mich nur für wen...
Die Aufregung hat uns veranlasst die Strecke abzukürzen, der Himmel sieht auch nicht gut aus. Wir kommen pünktlich zum Beginn des Regens wieder am Auto an.
Dann geht es zu dem jungen Mann zurück, Hühnerschaden regeln. Die große Schwester erklärt, daß dies häufiger passiert mit den Hunden von Wanderern. Sie überlegen schon mal ein Schild aufzustellen. Vorsicht Geflügel! Normalerweise melden die Leute sich dann auch nicht. Der Nachbarhund hat sich eine Zeitlang auch immer Enten geholt. Wir Kleinstadtpomeranzen sind baff. Die sind ja entspannt, der junge Mann hatte ausgerechnet was das Huhn gekostet und an Futter verbraucht hat. Das hätte er gerne. Wir haben das großzügig aufgerundet. Vielleicht reicht es für einen Kampfhahn, dann kriegt wenigstens der nächste Hund einen auf die Fresse!
Danach sind wir bei Weltuntergangs Regen zurück ins Hotel. Morgen geht es nach Saerbeck... Ohne weitere Hühner Unfälle bitte!
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