Dienstag, 21. September 2021

Siesta im Hotel oder es passiert nichts

Eigentlich wollte ich ja jeden Tag schreiben, aber wir lungern nur langweilig rum. Entweder im Hotel, was für uns sehr praktisch ist - eigene Küche, eigene Hängematte und ab und zu mit dem Hund zum Pool oder in den Freilauf. Nicht das Wencke inzwischen schwimmen würde, aber man kann da super mit anderen Hunden rumlaufen und denen Spielzeuge klauen. 
Oder wir fahren an den Strand. Da haben wir um die Ecke (also 15 Minuten mit dem Auto) am Hundestrand eine kleine Bar mit Strandliegen Verleih entdeckt. Fuorirotta Beach Club, entspannt in jeder Hinsicht, auch mit Hund. Aber Wencke findet Strand zu heiß und hat Angst vor den Wellen. Und ich bin bekannt dafür, dass ich nicht lange auf meinem Hintern sitzen kann. Also: der Hund will nicht im Wasser spielen und ich will nicht sitzen! Zielerreichungskonflikt!

Dann lieber schön im Hotel rumlungern, ein Buch lesen, ab und zu mal zu den Hunden am Pool wandern, ab und zu mal in den Menschen Pool gehen und ab und zu mal in den nächsten Ort fahren und einen Supermarkt suchen. 
Deshalb jetzt ein Schwung Bilder von der Hotelanlage: Unser Zimmer,  der Freilauf mit Blick auf die Berge, der Hundepool und so weiter...
So ist es bis jetzt nur ruhig gewesen. Ist ja auch Urlaub! Ein bisschen Aufregung im Alltag waren immer die Fahrten zu irgendwelchen Supermärkten. Wenn noch einmal jemand was über deutsche Straßen sagt, dann kann ich nur lächeln. Was haben die hier für Buckelpisten! Und wir fahren ja mit einem rollenden Rentner-Häuschen durch die Gegend. Das ist übrigens viel zu groß für die engen Gassen in den Städten. Entweder passt man gar nicht durch oder man schrammt so ab 2,5 m Höhe sich die komplette Karre an irgendwelchen Bäumen und Ästen kaputt. Die Schlaglöcher sind so tief, dass man teilweise nur Schritttempo fahren kann und trotzdem das Gefühl hat dass jedwedes Inventar aus den Schränken hüpft. Da fahre sogar ich freiwillig 60, wenn auf der Straße 90 km/h erlaubt sind. Wer mich kennt, weiß das ich sonst eher einen Bleifuss habe....ich habe gerade beschlossen, das ich den Tag heute, wir haben Sightseeing gemacht und hatten eine Massage, morgen aufschreibe. Muss jetzt ein Glas Wein trinken und überlege dann ob ich nochmal versuche in der Kundenwaschmaschine etwas zu waschen. Hatte ich schon erwähnt das mein Handwerker Herz hier den ganzen Tag blutet? Alle Schränke und Schranktüren sind schief und die arme Waschmaschine steht so dermaßen krumm, dass sie nicht mal mehr Schleudern mag. Ich gestehe ich habe schon Steine gesucht um sie unter zu legen 🙈 Da sie, genau wie viele Heizungsthermen auf Balkonen aussen zu sehen sind, draußen steht, ist alles ein wenig verrostet und die Drehräder unter der Maschinen lassen sich nicht mehr benutzen. Das Sieb habe ich natürlich sofort gereinigt und die Waschmittelkammer irgendwie auch, ich kann immer nicht aus meiner Haut. Aber egal, morgen mehr vom Sightseeing 😁


Sonntag, 19. September 2021

Eine kurze Fahrt und ein Hotel für Hundebekloppte

Nachts in Siena hat es noch ganz fürchterlich geschüttet, war aber sehr gemütlich. Wencke hat tief und fest geschlafen. 
Da wir am nächsten Tag nur noch eine kurze Strecke zu fahren haben, schlafen wir entspannt aus und schaffen es gerade mal so um 10.55 Uhr den Campingplatz zu verlassen. 11.00 Uhr ist Frist. Wir sind uns nicht sicher, ob man einen zweiten Tag bezahlen muss, wenn man 5 Minuten zu spät ist. Aber das ist auch irgendwie deutsche Denke. Abhauen ist hier auf den Campingplätzen jedenfalls ziemlich schwierig, die behalten nämlich immer einfach den Personalausweis ein.
Nachdem Freddy sich und seinen Personalausweis freigekauft hat, fahren wir entspannt und gemütlich über Land und durch die Toskana zum Hotel. An einem Berg machen wir einen kurzen Stopp damit Hund Pipi machen kann. Wir haben dort ein lustiges Schild gefunden und das auch gleich mit Google Übersetzer ins Deutsche bringen lassen. Glücklicherweise haben sie uns aber nicht erwischt.

Was würden wir nur ohne den Google Übersetzer tun 😆

Weiter geht es durch schöne Landschaften die einem toskanischen Bildband entsprungen sein könnten. Zypressen, pittoreske Orte die in Berge gebaut sind und endlose gelbe Felder. 
Nach nur ca. 2 Stunden sind wir im Hotel angekommen. Eine schöne Anlage und nach erstem umgucken hat hier auch wirklich jeder einen Hund. Jeder! Oder mehrere! Ich hatte mit einigen Hunden gerechnet, aber nicht mit so vielen. Mir ist das ja egal, ich kann da ja mit umgehen. 
Zimmer bezogen und als erstes mit Wencke an den Hundepool. Aber sie findet die Idee, darin zu schwimmen nicht gut.
Nach kurzer Zeit entdecken wir, dass bei uns im Wohnzimmer Wasser aus der Wand läuft. Wir melden dies ordnungsgemäß der Rezeption - die wiederum bringt uns Handtücher. Das ist auch keine deutsche Reaktion. Soll uns egal sein, der Chef der Anlage versichert uns, dass sie komplett ausgebucht sind und sobald sie etwas frei haben, können wir umziehen. Soll uns recht sein, ist ja nicht unser Mauerwerk.
Abends essen wir dann im hoteleigenen Restaurant. Das ist sehr schick und man benötigt mehrere Gänge. Flasche Wein 19,- €, 5 Gnocchi kosten 15,- €. Da weiß man wo die Prioritäten sitzen 😆Trotzdem liegt unter jedem Tisch ein Hund. Morgen wollen wir mal an den Strand gucken...

Samstag, 18. September 2021

Sind wir denn nur noch am Fahren und wie mich die Schreibfaulheit erwischt hat!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, so lange habe ich nicht geschrieben. Vielleicht in den Dolomiten, denn da habe ich schließlich aufgehört. Wider Erwarten sind wir alle Berge lebend und heil herunter gekommen ohne das ich mir die Augen zuhalten oder mich in den Mittelgang legen musste. Hierfür ein dickes Danke an den Fred 😘 der musste nämlich mit mir Nervenbündel auf dem Beifahrersitz fahren. Etappenziel vorgestern war die italienische Stadt Siena, wir wollten ja ein bisschen Kultur machen. Also Wecker gestellt, früh aufgestanden und los gebraust. Der Campingplatz in Siena wollte für eine Nacht nicht reservieren, hat uns aber optimistisch geschrieben wir sollen mal einfach kommen, das klappt schon. 380 Kilometer und 4 Stunden.... noch eine kleine Hunde Pause und gegen späten Mittag sind wir da. So meine Idee. Nach ca 4 Stunden Autofahrt und noch 150 km vor uns, hatte ich dann ein leichtes, großes psychisches Tief - wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nach Hause gefahren. Mich haben früher schon die lustigen Trucker Serien im Fernsehen nicht interessiert und meinen Urlaub möchte ich nicht auf irgendwelchen Autobahnen zubringen. Trotz zwei Ruhetagen auf Campingplätzen hatte ich den Eindruck bis jetzt nur Auto gefahren zu sein. Kein Stopp an einer spannenden Burg, kein spontaner Kaffee. Nur Autobahn und Raststätten ☹ oder eben Campingplätze die auch alle gleich aussehen, weltweit! Wunschgedanke und Realität sind sehr weit auseinander und ich bin massiv frustriert. 
Meine Laune bessert sich ein bisschen, als wir die Ersten von diversen Wohnmobilen sind, die auf dem Campingplatz Siena anrollen.  Dieser hat natürlich schon ein Schild draußen stehen mit den freundlichen Worten "voll belegt". Einen Platz bekommen wir trotzdem. Hinten in der letzten Ecke und irgendwie auch wieder sehr schief. Freddy hat schon von unterwegs neue Auffahrkeile bestellt. Uns ist das mit dem leicht schief stehen ja egal, aber der Kühlschrank...Um ca. 16 Uhr geht es los Richtung Innenstadt. Wir wollten ja Kultur machen und Freddies gesammelten Kollegen haben gesagt Siena lohnt sich. Die zwei Kilometer in die Altstadt laufen wir doch locker zu Fuß! Gedacht und losgelaufen, bei 28 Grad, mit einem recht hitzeempfindlichen Hund, der gerade über mehrere Wochen ordentlich krank war. Der Weg von Google Maps ging an irgendwelchen Hauptverkehrsstraßen entlang um uns dann in ein Einkaufszentrum zu lotsen. In Italien mit dem Hund in ein Einkaufszentrum? Wandert man dann spontan in den Knast? Außenrum gehen ist ein entspannter vier Kilometer Umweg! Freddy sondiert die Lage und wir trauen uns durch das Einkaufszentrum. Rein in den Fahrstuhl, ausgestiegen und völlig entgeistert geguckt! 100 Höhenmeter Rolltreppe! Super für Spaziergänger - für Hunde unmöglich! Aber rechts daneben war eine normale Treppe. Also frisch ran! Nach 2/3 der Strecke habe ich mich einfach auf der Treppe gesetzt, ich habe keine Luft mehr bekommen und Wencke hat sich sofort hin geschmissen und konnte auch nicht mehr. Irgendwann waren wir oben, Freddy hat schon auf uns gewartet, erstmal auf die nächste Bank, auch wenn ich gefühlt zwischen drei Pennern saß. Nici platt-Wencke platt 🥵 jetzt noch Sightseeing? Ich bin ehrlich, ich hätte nicht gedacht dass meine unterirdische Laune noch tiefer sinken kann. Umkehren war auch keine Option, wo sollten wir denn hin? Die lustigen Treppen wieder runter? Also: Schnell in die Altstadt und einfach am nächsten Restaurant was trinken, was essen und Siesta machen. Eine Cola und ein Portionen Gnocchis später ist die Laune von uns schon sehr viel besser. Ran an die Sehenswürdigkeiten! Die Stadt ist proppenvoll, das gefällt uns nicht ganz so gut, also in die Nebengassen. Wann ist 50 m von den Hauptattraktionen entfernt und erlebt eine vollkommen andere Welt. In unserem Fall waren wir in verwinkelten Hinterhöfen und hatten tolle Aussichten. 
Sagenumwobenen Hauptplatz der Stadt haben uns natürlich auch noch angeschaut. Wencke hat es geliebt, alles voller Tauben! Und dann wollen sie noch diverse Leute streicheln, weil sie gut aussieht!
Hat ja ein bisschen gedauert, aber der Tag entwickelt sich langsam. Nach dem Sightseeing in Kurzform, es ist wirklich ziemlich voll, beschließen wir mit dem Taxi zurück zum Campingplatz zu fahren. Mal gucken, ob einer den Hund mitnimmt. Wir hatten vorhin aus einer der Hintergassen einen Platz gesehen auf dem ganz viele Taxen stehen. Hin da und unser Glück versuchen! Mit den Fachworten Taxi, Camping und Canem, hatten wir schon berichtet,  dass die hier wirklich! alle kein Englisch sprechen, kam gleich ein Taxifahrer und sagte das es kein Problem sein, dass Tier mitzunehmen. Die Altstadtgassen in Siena sind sehr eng, der Taxifahrer war sehr erfahren und ich hatte Mordsspaß! Nur Tuktuk in Asien ist besser 😁 Mit Affenzahn durch Gassen die kaum breiter als das Auto sind. Fußgänger springen hier lieber weg! Am Campingplatz müssen wir dann feststellen, dass der ganze Kram auch nichts kostet! 7 Euro wäre uns das Drama am Hinweg ganz entspannt wert gewesen. Wir kommen auf dem Campingplatz an und es ist auch noch Happy Hour in der Bar! Zwei Aperol Spritz gekauft und dann gemütlich zu unserem Platz geschlendert. Der erweist sich als ruhig und lauschig.  Morgen müssen wir nur noch 150 km zum Hotel, wir wollen über Land fahren. Ich werde berichten!

Mittwoch, 15. September 2021

Ein gemütlicher Dolomiten Tag

Unser Berg Campingplatz ist wirklich ruhig. Ab und zu mal ein Helikopter, der meiner Meinung nach einen der bekloppten Mountainbiker oder Motorradfahrer ins Krankenhaus fliegt, aber ansonsten Stille und tolle Aussicht. Der Tag gestern war aufregend, nur noch in die Pizzaria nebenan und etwas zu essen besorgen. Das Restaurant heißt Cluny. Hand hoch, wer noch an einen amerikanischen Schauspieler denkt. Aussehen tut es allerdings wie ein bayerischer Berggasthof, welcher auf Busgruppen spezialisiert ist. Alles ein wenig XXL - seltsamerweise sitzen wir aber alleine da. Freddy weiß zu berichten, dass man in Italien die Kontrolle über sein Leben verloren hat wenn man vor 21 Uhr ins Restaurant geht. Mir ziemlich egal, ich habe Hunger! Im Hintergrund spielt ein wenig zu laut das Album "Wish you were here" von Pink Floyd. Skurril im Angesicht der Gaststätte.
Hinterher noch schnell in die lustige Campingplatzdusche ... Wasser läuft solange man einen Knopf drückt! Wenn das Wasser nicht läuft wird es aber verdammt kalt in dem Badezimmer, also wird man sehr kreativ und hat noch ein wenig Gymnastik am Abend 😄

Die  Nacht war ruhig, okay, Wencke weiß jetzt wie man in das Hubbett springen kann und Freddy quietscht immer so lustig und auch ein bisschen laut... aber wir arbeiten dran 🐒
Ich muss auch noch was zu unserem lustigen Kühlschrank berichten. Es lässt uns ja irgendwie keine Ruhe und natürlich haben wir Tante Google gefragt. Die hat geantwortet, dass dieses Modell unbedingt mindestens einen Ventilator benötigt und man irgendwelche Lüftungsgitter entfernen sollte. Gesagt und getan! Hinter dem Lüftungsgitter haben wir dann einen Ventilator gefunden, bei dem ein Kabel nicht angeschlossen war. Hoffnungsschimmer! Nun wird alles gut! Der Lüfter ist fürchterlich laut, aber das nehmen wir in Kauf wenn der Kühlschrank dann funktioniert. Leider kann ich berichten, dass dem nicht so ist. Er schafft immer noch nur 15 Grad und hat nachts aus heiterem Himmel wieder behauptet wir würden schief stehen. So langsam bin ich ein Freund von Fehler 8. 
Die Strecke für morgen steht auch fest. Es geht nach Siena, ein bißchen Kultur gucken. Der Campingplatz dort reserviert nicht, sagt aber wir sollen kommen. Das wir über Serpentinen bergab müssen verdränge ich. Ich werde mich einfach bis zum Brenner mit dem Gesicht nach unten in den Mittelgang des WoMos legen. Wenn ich nichts sehe...

Ich habe für heute eine kleine Wanderung zu einem See im Nachbarort geplant. Perfekt an unsere Fitness Verhältnisse angepasst: Ca. 2 Stunden, ca. 6 km und ein See genau zur Halbzeit. Höhenmeter habe ich mal wieder erfolgreich ignoriert.

Der Weg zum See war nett, ging durch ein lauschiges Dorf, am See doch viel Tourismus. Ich kriege ein Eis und einen Milchkaffee. Wencke hat Forellen im glasklaren Wasser gejagt, naja, jedenfalls wenn man die Forellen mit Leckerlies beworfen hat.
Fröhlich in die zweite Etappe auf den Monte Rust. Meinen die das ernst? Es geht bis oben nur steil bergauf...ich persönlich schwitze und schnauze wie eine Dampflok. Freddy transpiriert ohne Schnaufen. Wencke trainiert die muskellosen Beine im tiefen Geröll.
Oben angekommen steht eine Kriegsruine aus dem ersten Weltkrieg. Die Österreicher haben es gebaut. Die Aussicht ist super. Runter geht dann auch ganz einfach, bis auf das rutschige Geröll. 

Am Platz angekommen erst mal ein Nickerchen für alle. Heute nur noch Abendbrot und morgen früh zeitig los. Siena und der Boden vom WoMo warten!


Dienstag, 14. September 2021

WoMo fahren bleibt aufregend....

Morgens auf unserem riesigen Stellplatz am Walchensee aufgewacht und erst mal Betten weg bauen und Frühstück machen. Der Kühlschrank hat 15 Grad, wärmer als im WoMo. Ich schmeisse die Truma an für Grundwärme und warmes Wasser zum Waschen. Vielleicht sollte ich einfach die Kühlschranktür auf machen...wärmt auch. Freddy geht in der Zwischenzeit eine Runde mit der Wencke. Der Walchensee ist gleich am Stellplatz, war ins vorher nicht so aufgefallen. Schön hier!  Die Wencke mutiert übrigens zum Wohnmobil Hund. Während der Fahrten schläft sie ganz brav und am Wohnmobil angebunden liegt  sie auch und schlummert. Da unser Wohnmobil keine Klimaanlage hat sind Raumtemperaturen von gemütlichen 28 bis 30 Grad während der Fahrt leider keine Ausnahme. Dann pennt Madame eben mit ihrer Kühlweste.
Heute wollen wir nicht so lange fahren und dann zwei Nächte bleiben. Nachdem wir die passenden Stellplatz Apps gequält haben, finden wir etwas in der Nähe von Trient ziemlich am der Strecke zu unserem Ziel. Eingezäunte Hundefreilaufzone und WLAN kriegen mich schnell 😁 ich freue mich auch schon ein bisschen darauf den Brenner lang zu fahren. 
10.00 Uhr geht es los. Der gestern Abend noch rappelvolle Platz ist halbleer. Wann stehen die eigentlich alle auf und frühstücken die dann noch? Wir brauchen morgens immer locker 2 Stunden bis wir Abfahrt bereit sind. Aber egal! 
Wir fahren los Richtung Brenner und schon nach ca. 30 Minuten habe ich mein persönliches Angst Erlebnis dieser Tour. Unser Womo ist ja schon 25 Jahre alt, vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen, alles nicht so dolle. Es geht eine längere Strecke bergab und dann kommen wir zu einer Steigung von 16% und die Bremsen machen nicht mehr ganz so viel. Ich halte immer sehr viel Abstand und habe auch entsprechend die Gänge runter geschaltet, aber Bremsen inklusive Anhalten wäre nicht möglich gewesen. Es ist ein ziemlich beschissenes Gefühl, wenn man mit dem Bremspedal auf dem Bodenblech steht und merkt dass der Wagen zwar etwas verlangsamt, aber nicht anhält. In meiner Panik habe ich dann ungünstigerweise auch noch ausgekuppelt. Minutenlang Panik, dass es knallt.  Es ist nichts passiert, weil ich genug Abstand hatte, niemand gebremst hat, der Verkehr floss und die Straße irgendwann wieder bergauf ging. Hätten wir anhalten müssen wäre ich charmant in meinen Vordermann geknallt.
Ich bin tief beeindruckt und fahre auf dem Brenner mit 60 bis 80 Stundenkilometern gemütlich zwischen LKWs und wir beschließen das unser Rentner WoMo nichts für Berge ist. Die Brenner Autobahn ist aber wirklich empfehlenswert.
Super Landschaften, viele Tunnel und immer was zu gucken, sogar auf den Rastplätzen. 
Was wir da noch nicht wissen, der reservierte Campingplatz ist auf über 1000 Höhenmetern, da achtet man ja nicht drauf. Rauf ist ja kein Problem. Freddy quält den Rentner im zweitem Gang mit 30 km/h und Autoschlange hinter uns die Serpentinen rauf. Schiss habe ich vor dem runter. Zu Hause geht das Auto erst Mal zum Bremsen checken. Garantiert! 
Dafür ist der neue Campingplatz mitten in den Bergen und wirklich nett. Wir dürfen uns einen Platz aussuchen wo wir wollen. Die Aussicht ist super.  Die "Aushakzone" für Hunde auch Hier kann man 2 Tage bleiben 😁


WoMo fahren ist aufregend!

Gestern Morgen sind wir wohlgemut in der Rhön Richtung Südbayern losgebraust. Das Navi sagt 4,5 Stunden nach Benediktbeuren - wir wollen auf einen Stellplatz in der Nähe eines Klosters. Als ehemaliger Tennisplatz auch komplett eben...unserem Kühlschrank zuliebe 😁
Bei der Ankunft nach ca. 6 Stunden war der Platz leider rappelvoll mit Berg. Also weiter im Programm, nebenan ist Kochel am See mit zwei Campingplätzen. Angerufen, alles voll! So haben wir nicht geplant, ein dritter Campingplatz hat nur den AB mit Standardspruch an...mutig einfach hingefahren. Schon am Eingang stand: PLATZ belegt! 
Wir waren ein ziemlich genervt und ich würde unruhig. Der Hund pupste schon rum und musste dringend raus, ich wollte nicht wild campen und dann machte es Krach! Freddy hatte beim Rangieren vor dem vollen Platz einen blauen Polo mit dem Fahrradträger getroffen. Fahrradträger krumm - Polo Schramme und ein Rücklicht weniger. Das aus auch noch! Die Besitzerin des getroffenen Polos war komplett entspannt. Adressen ausgetauscht, kurz alles geklärt und nun erstmal etwas zum Gassi gehen für den Hund suchen. Auf einem Parkplatz angehalten und runter an den See. War dringend 😉 Der See war wirklich kristallklar und die untergehende Sonne sah toll aus. Foto haben wir nicht, uns war gerade nicht nach fotografieren. Wir waren ja immer noch auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht und entsprechend angespannt. Nächster Versuch: Ein Übernachtungs Parkplatz mit 80 Stellplätzen am Walchensee in 16 km Entfernung. Hingefahren, freien Platz gesehen, geparkt. Okay, direkt am Ticketautomaten, aber egal. Wir sind zufrieden und glücklich...puuuh...beim letzten Licht des Tages noch kurz ein Stück Jacobsweg gegangen und Cavaletti Training mit Wencke gemacht. Zum Abendbrot lecker Ravioli und dann sind wir auch durch mit dem Tag. Morgen wollen wir definitiv kürzer fahren und uns wieder am die zwei Nächte Regel halten. 
Nachts piept mal wieder unser Kühlschrank, der hat es noch nicht unter 15 Grad geschafft, aber im Piepen um 4 Uhr ist er ganz groß. Ich war gerade mit Wencke draußen (fragt nicht!) und denke beim Wiederkommen: Wer piept hier denn so... Unser nigelnagneuer Nicht-Kühlschrank für Schweinegeld vom Fachbetrieb...erst mal die Meldungstöne abgestellt.
Morgen früh planen wir die Weiterfahrt. Diesmal mit Vorreservierung am Morgen für den Nachmittag. Man lernt dazu 👍 

Sonntag, 12. September 2021

Der Weg ist das Ziel...

Gemütlich! Das soll unserer Urlaub werden. Also wollen wir immer nur alle zwei Tage fahren. Die erste Etappe führt uns von Verden direkt in die Bayerische Rhön. Von Verden nach Bayern gemütlich? Doch, doch! Ist machbar! Wir sind morgens in Verden ein bisschen spät losgekommen, wir mussten noch ein bisschen mit den Nachbarn plauschen 🤣 Dann sind wir bis kurz vor Kassel sogar über Land gefahren um bei der Auffahrt zur Autobahn direkt in einen Stau zu kommen. Im Wohnmobil ist mir das glatt egal, denn wir haben eine Toilette dabei. Pinkeln im Stau ist bei mir leider immer ein großes Ding. Der Stau hat sich nach ein paar Kilometern netterweise auch aufgelöst.
Wencke ist das alles egal, die schläft während der Fahrt ganz entspannt, und eventuell nicht komplett richtig gesichert, auf der Bank. Der Weg über die Kasseler Berge ist mit unserem "fast" Oldtimer eher spannend 😁 aber hinter LKWs lang fahren ist völlig in Ordnung. Diese Erfahrung hat uns auf jeden Fall schnell zu dem Entschluss gebracht, dass wir die neue Brennerautobahn fahren und nicht die alte Bergstraße wie ursprünglich geplant. Das wollen wir uns und dem Womo nicht zumuten.

Die ersten beiden Nächte verbringen wir in Oberfranken. Der Campingplatz, den wir ausgesucht haben, ist zwar schon 50 Jahre alt, wird aber erst seit einem Jahr von einem neuen Betreiber renoviert. Vorher lag er 'zig Jahre brach. Ein wirklich niedliches und ruhiges Kleinod mitten im Wald an einem Bächlein. Als wir ankommen ist der Biergarten rappelvoll, der Chef will aber um 19 Uhr die Küche zu machen. Also schnell das Womo parken und dann wird drinnen gegessen, dort sitzt schon ein nettes Pärchen mit ihrem Australian Shepherd Rüden. Die Hunde shakern unter dem Tisch und wir unterhalten uns nett.
Nach dem leckeren Essen muss der Hund noch bewegt werden. Die war ja irgendwie den ganzen Tag nicht draußen. Tipp von den anderen Hundebesitzern: Geht die 7! 
Und sie hatten recht wir sind die vier Kilometer lange Strecke gegangen und im Dunkeln nach Hause gekommen. Im Wald haben wir diverse Heilige getroffen. Und weil es wirklich schnell dunkel wurde, kamen wir uns zwischendurch ein bisschen vor wie auf einer Nachtwanderung bei einer Klassenfahrt. 
Erster Tag Ende. Mal schauen wie die Nacht wird. Um 3 Uhr morgens hat unser neuer Kühlschrank gepiept. Gute Uhrzeit für Piepen! Fehlercode 8 - irgendwie haben wir ja mit Kühlschränken kein gutes Händchen. Wencke fand dann auch das 3 Uhr eine gute Zeit zum Gassi gehen ist. Na, wenn sie meint! Danach verlief die Nacht etwas ruhiger, außer dass ich zwischendurch den Eindruck hatte dass wir Mückennetze haben um die Insekten im Wohnmobil zu halten. Entspannt und spät haben wir lecker gefrühstückt 
Mit dänischen und mit bayerischen Spezialitäten auf dem Tisch. Allesamt zimmerwarm - Fehlercode 8 bedeutet nämlich auch, dass der Kühlschrank seinen Dienst einstellt. Beim Frühstücken erst mal die Bedienungsanleitung durchforstet und festgestellt, dem Kühlschrank stehen wir zu schief. Wir finden das Wohnmobil nicht schief, die aus der Schublade gekramte Wasserwaage sieht das natürlich komplett anders.
Also machen wir einen Deal: Freddy geht duschen und ich richte das Wohnmobil auf Keilen aus. Woop woop! Gesagt-getan! Jetzt braucht der Kühlschrank nur 12 Stunden um wieder kalt zu werden. Wohnmobil Kühlschränke überfordern mich ein wenig. Aber ich kann super Wanderstrecken auf komoot raussuchen. Alles was vorgeschlagen wurde war 13 Kilometer oder mehr. Da wir auch nirgendwo hinfahren wollten, habe ich uns eine eigene Wanderung gebaut. Charmante zwei Stunden lang, Start direkt am Campingplatz. Wencke ist aufgrund der letzten Wochen nicht richtig fit und ich habe immer noch Stress mit meinem heißgeliebten Fersensporn. 
Auf sehr unterschiedlichen Bodenbelägen und Wegen ging es zwei Stunden durch einen schönen Mischwald, immerhin sind wir im Biosphärenreservat Rhön. Wieder zu Hause waren wir alle platt! Also die neuen Campingstühle einweihen und ein bisschen schlummern.... Danach ein bisschen Blog schreiben und morgen geht es weiter....