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Freitag, 1. Oktober 2010

Mit 300PS durch Miami!

...denn soviel wird er haben der Bus der Linie C und 120.

Der Leihwagen war ja gestern schon weg, und so sind wir heute mit dem Bus nach Miami Downtown gefahren um uns dort ein wenig umzusehen.

Vorher brauchten wir aber eine kleine Stärkung zum Frühstück. Unser Hotel hat keins inklusive, und außerdem war ein "Außer-Haus-Früstück" sowie mal fällig. Aufstehen, Duschen, die Dame am Empfang kurz gefragt, wo hier der Bus abfährt und welche Linie man nehmen muss, und dann den von Nicole ausgewählten kleinen Laden angesteuert. Sah soweit ganz gut aus, also rein und bestellt... Ich war mit meiner Toast und Spiegeleier-Auswahl auf der sicheren Seite, Nicole wählte "Mashed Plantain's w/ Salami & Eggs". Ich glaube sie ist auf die Salami angesprungen, die mashed "irgendwas" wurden dann im Rahmen des Erkundungsprogramms ohne einen Blick ins Wörterbuch einfach mal so hingenommen. Die mehr Spanisch als Englisch sprechende Bedienung hinter dem Tresen hatte irgendwann unser Essen parat, und los gings. "Hmmmmmm, egal was es ist, das ist lecker!", so Nicoles Kommentar zu ihrem Früstücksgedeck. Meins war auch gut, als aufessen und ab in den Bus. Im Bus zückte ich dann mal mein Schlau-Telefon und guckte mal nach was Plantains sind. Ich hab kurz gezögert, hab's ihr aber dann doch gesagt. Es waren (Koch-)bananen! Und wer Nicole kennt weiss, dass sie zwar eine rohe Kuh verspeisen würde, aber im Leben keine BANANE anrühren würde. Ich glaube sogar, dass sie der weltbeste Bananendetektor ist, denn wenn in einem Fruchtsaft auch nur irgendwie ne Spur von Banane drin ist, wird das entsprechend kommentiert (meistens mit "Puuuuaaaaarrrrgggghhh!". Tja, und so hat Nicole ohne ihr Wissen (vermutlich seit über 30 Jahren) mal Bananen-Püree verspeist. Da es ihr aber gut geschmeckt hat, und ich bis jetzt keine allergischen oder sonstigen Nebenwirkungen bemerkt habe, ist es ihr wohl ganz gut bekommen.

Nanach sind wir dann gut motorisisert nach Downtown Miami gefahren. Wir wollten mit dem Metromover, so eine Art elektrischer Hochbus ohne Fahrer und völlig kostenlos, mal ein wenig durch Miami fahren. Das war sehr spassig! Gut klimatisiert und immer so zwischen zehn und 30 Meter über der Strasse duch die Häuserzeilen zu fahren war schon mal was anderes. Eine Haltestelle war sogar mitten in ein Hochhaus gebaut. Erste Station war Bayside Marketplace, so ne Art Draussen-Weserpark am Wasser. Stellt Euch den Weserpark ohne große Kuppel, die Hälfte der Geschäfte draussen vor, und fahrt da dann mit Eurem Ruderboot (oder je nach Geldbeutel motorisiert) vor. Nicole erwarb ein paar neue Flip-Flops, mein Besuch in nem "Hutladen" (Naja nur so modernen Kram von Mützen und Hüten) war da weniger erfolgreich. Mein Kopf ist zu klein. Selbst "S" ging mir über die Ohren, und so ein modischer Trendsetter bin ich auch nicht, ich hab's dann sein gelassen.

Wieder rein in den Metromover, noch ne Runde "Outer Loop" gedreht und dann spontan doch noch ein Museum aufgesucht. Das "History Miami" war das Ziel der Wahl. Beim Bezahlen fragte ich nach dem "Triple-A Discount" (sowas wie unser ADAC) und wie waren nach kurzer Verwirrung des Mädels ("Triple-A?!?") an der Kasse für'n Dollar günstiger drin. Das Mädel fand im Gegensatz zu Ihrer Kollegin Deutschland mal ganz spannend. Ihre Kollegin und wir waren aber einer Meinung, nämlich dass es bei uns zu kalt sei. Die Fotoausstellung am Angang war nicht so super interessant, die Sonderausstellung zu Cowboys war schon spannender. Es gab auch O-Töne über so Ohrhörer, aber die Jungs hat mal ja mal gar nicht verstanden. Ich glaube die haben um Ihre heiße Kartoffel im Mund noch ein ganzes Paket Kaugummi gewickelt. Dann in die zweite Etage. Dort ging es bei 9.000 vor Christus los! Soviel Geschichte hatten wir bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Hier gilt ja ein Haus von 1920 schon als alt... Die Geschichts-Ausstellung war aber wirklich sehr interessant, denn es ging von den ersten Knochenfunden kontinuierlich weiter gen Gegenwart. Über die ersten Entdecker, die Kolonialmächte, den Bürgerkrieg, die 1920er bis kurz vor heute. Immer mit Floridabezug, und auch die Indianer und die Sklaverei haben sie nicht ausgelassen. War echt mal gut gemacht!

Wegen der fortgeschrittenen Nachmittagsstunde sind wir dann mit gut 300PS wieder nach Hause gedüst. Vorbei an den Kreuzfahrtschiffen, die man vom Bus aus sehen konnte. Drei Stück auf einmal. Nicht schlecht, ich glaube, das schafft nicht mal Hamburg.

Und wie immer um diese Zeit.... Ihr schlaft, und wir suchen uns was für's Abendbrot....

Donnerstag, 30. September 2010

...wie der Dollar an die Decke kam

Hatte ich schon erwähnt, dass wir gestern abend herausgefunden haben, wie der sogenannte "Tropensturm" hieß? Wir sind fast vom Stuhl gefallen... NICOLE. Was das jetzt für ein Omen war, wird wohl weiterhin ungeklärt bleiben müssen.

Im Übrigen haben sich die meisten über den -in Key West- nicht wirklich wahrzunehmenden Sturm lustig gemacht. Alle machten lustige Bemerkungen, und flaxten rum. Rausgefahren zum Schnorcheln und Angeln sind trotzdem nur wenige bis keiner. Am Abend die Sunset Touren, die waren draußen, aber das ist ja auch nur ein kleiner Trip aus dem Hafen immer in Sichtweite der Küste und des Piers. Zum Sonnenuntergang und Sunset Celabration sind wir dann auch noch mal gegangen. Sonnenuntergang gab's das war schon mal gut. Celebration gab's auch. Abgehakt. Blöd nur, dass just nachdem die Sonne untergangen war, bzw. hinter den letzten dicken Wolken verschwunden war, es anfing zu Regnen. Das war blöd. Wir sind dann einfach in dieses Cubanische Restaurant gegangen und haben recht gut gegessen.

Beim Thema Essen muss ich mal kurz alle beruhigen, die denken, Nicole würde tatsächlich Delphin essen. Dolphinfish gibt es hier zwar überall, und die Sandwiches heißen auch Dolphin Sandwich, ABER das ist nur lokale Bezeichnung für den Mahi Mahi, oder zu Deutsch "Goldmakrele" (klick -> Wikipedia). Hat absolut nix mit Delphin zu tun. Das nur noch mal zur Erläuterung...

Vormittags war ja Museumstag angesagt. Am frühen Nachmittag sind ein paar sehr nette Herren im besten Alter bei uns im Blue Parrot Inn eingezogen, die alle mit Ihren Motorrädern aus Georgia gekommen sind. Die meisten hatten natürlich eine Harley. Die hatten allerdings was von NICOLE (als dem Sturm jetzt), denn auf der Fahrt nach Key West sind 'se wohl tüchtig nass geworden. Nun denn, hat sie nicht davon abgehalten, gleich nachdem die Klamotten in den Trockner gewandert sind, in den Pool zu hüpfen. Offiziell mit einem Tonicwater ausgerüstet lungerten die dann im Pool rum und haben sich ganz nett mit uns unterhalten. Waren ganz nett die Jungs. Und Spaß hatten sie auch. Sie sprachen jedenfalls von einem interessanten Abend. Nun denn...

Wir hatten auch einen interessanten Abend. Wir haben sozusagen zum Abschluss in Key West noch einen kleinen gastronomischen Rundgang gemacht. Angefangen hatten wir auf dem Weg zum Sonnenuntergang im Sloppy Joes. Hemmingways Stammkneipe. Die hat zwar einen gewissen Ruf, konnte aber nicht überzeugen. Ob der Umbau dran Schuld war, oder das noch vorhandene Tageslicht.... So richtig umgehauen hat es uns jedenfalls nicht.
Also weiter. Sonnenuntergang gucken. (siehe oben). Beim Besuch dieses Kuriositäten Gedingse, Ripleys "Belive it, or not" ging der Ausgang zum "Hog's Breath" raus. Also das ganze noch am Abend angucken. Das war schon besser. Mit Livegesang von einem stabilen Kollegen mit Gitarre, den man beim besten Willen nicht verstanden hat. Ich weiss nicht mal ob es Englisch war, was er gesungen hat, oder doch Swuahili. Muss wohl Englisch gewesen sein, denn irgendwann brüllten alle in der Kneipe mit. Verstanden hat man trotzdem nix. Der Barkeeper hatte seinen ultracoolen Tag. Geredet hat nicht wirklich, Getränke wurden fast per Fingerzeig abgefragt, und freundlich gucken stand auch nicht auf seinem Tagesplan. Dafür hat die Glocke am Tresen geläutet, als ich ihm beim Bezahlen ein paar Dollar Trinkgeld gegeben hab. Freundlicher geguckt oder mehr geredet hat er trotzdem nicht.

Egal. Wir wollten sowieso weiter. Das HardRock Cafe haben wir ausgelassen, das war jetzt nicht so super spektakulär. Aber ich wollte ja sowieso in das Willi-T's. Da musste ich jedesmal hingucken, wenn wir da vorbeigelaufen sind. Hat mich irgendwie angezogen der Laden. Muss wohl an der Deko gelegen haben. Da war nämlich alles voller Dollarscheine. Fand ich irgendwie gut. Also nix wie rein in den Laden. Hier war der junge Mann mit der Gitarre auch beser zu verstehen, und die hatten meine Lieblingsgetränkemarke. Alles super. Nach dem Studium der Dollarscheine war klar: Da machen wir mit! Hier hatten die Leute eine kleine Nachricht auf einem Dollar hinterlassen, und den dann wahlweise an die Wand, den Tresen, oder einfach mal an die Decke getackert. Der Barkeeper war das komplette Gegenstück zu seinem Kollegen im "Hog's Breath", und so reichte er uns denn auch den schwarzen Edding und die Tackermaschine, als wir ihn danach fragten. Einen Dollar hatte ich "wie zufällig" noch in der Tasche und so haben wir uns denn auch an der Decke verewigt. Wer mal nachgucken möchte: Direkt bei den Zapfhähnen einfach mal nach oben gucken. Das war lustig. Leave a legacy! (Kleiner Insider...) Weil da auf vielen Scheinen Honey-Moon Daten standen, haben wir es uns nicht verkneifen können. "Nicht verheiratet für glückliche 11,5 Jahre: Freddy & Nicole, 30.09.2010" *Hihi*


Nachdem wir die nötige Bettschwere erreicht hatten ging's denn auch nach Hause. Schließlich hieß es heute morgen: Auf nach Miami!

Da sind wir jetzt. Vorhin sind wir auf meinen Wunsch einmal den Ocean Drive rauf und runte gefahren. Das war ganz nett, aber wenn man nicht gerade ein Cabrio mit 900PS und 20.000Watt Musikanlage hat, sondern nur 'nen VW Jetta von Hertz ist das irgendwie anders, als in den Videos und Miami Vice Filmen. War trotzdem cool!

Den Jetta haben wir jetzt schon bei Hertz abgegeben, und deshalb geht's denn gleich mal zu Fuß zum Ocean Drive. Strand angucken, und was zu Essen besorgen...