Tag 5, 2. April 2017
Nachtrag zu gestern:
Nicole ist der festen Überzeugung, dass die Strasse gestern steiler
war, als physikalisch mit einem Auto zu befahren überhaupt möglich
ist. Dann schieben wir es einmal einer lokalen Schwerkraftanomalie
zu, dass wir nicht wie befürchtet einfach hinten über gekippt sind…
;-)
Wobei ich vorher in
La Orovata schon meinte, dass es so ein bisschen wie in San Fransisco
wäre (obwohl wir beide noch nicht dagewesen sind). Passenderweise
hieß dann aber auch eine Strasse so. AHA!
Und bei der Fahrt
zurück zum Hotel gab es wieder einen Bekloppten vor uns. Diesmal
nicht auf dem Rennrad, sondern im Auto. Die Strassen hier sind echt
nicht breit und man ist gut beraten auf seiner Spur zu bleiben.
Insbesondere in den oft nicht einsehbaren Kurven. Da kommen einem
nämlich gerne die schon zitierten Rad- oder eben auch Motorradfahrer
entgegen. Die nehmen es mit dem durchgezogenen Strich oft ob des
Höllentempos nicht ganz so genau. Naja der vor uns konnte aber wohl
durch die Felswände sehen, denn die halbe Gegenspur nutzend durch
die Kurven, danach gerne auch mal auf der komplett falschen Fahrbahn,
sah das Ganze irgendwie ziemlich morbid veranlagt aus. Wir haben dann
vorsichtshalber mal etwas Abstand gehalten und uns gefragt wie weit
so ein auf die Motorhaube fliegender Rad- oder Motorradfahrer nach
der Kollision wohl noch so fliegt. Glücklicherweise ist nix
passiert. Der hatte wohl noch ein paar Karmapunkte aus einem früherem
Leben gut.
Heute sollte es in
die Barranco del Infierno gehen. Die sogenannte Höllenschlucht.
Natürlich wieder mit vorher im Internet buchen, weil hier ähnlich
wie beim Teide-Gipfel die Anzahl der täglichen Besucher begrenzt
ist. Hier dürfen maximal 300 Leute pro Tag rein. Man steigt an einer
Hütte neben einem Restaurant in den Weg ein, nachdem man vorher
gefragt wurde, ob man ordentlich Schuhe, Essen und Trinken dabei hat,
und fit ist. Wir beantworteten alles brav mit ja, und wurden
durchgewinkt zur Helmausgabe. Der Helm ist nämlich seit ein paar
Unglücken in den letzten Jahren, die immer wieder zur Schließung
des Wanderweges führten, obligatorisch. Anders als die paar
Franzosen hinter uns, führten wir keine Diskussion über Sinn und
Unsinn, setzten die Dinger auf, unterschrieben vorher noch ein Papier
dass niemand für Nix haftbar gemacht werden kann, und zogen los.
Ca. 6.500m sind es
hin und zurück, wir hatten mal rund 2,5 Stunden veranschlagt, was
sich später auch als gute Schätzung erwies. Der Weg bot doch die
ein oder andere flotte Aussicht. Nachdem wir den sonnigen Teil des
Weges (heute nach Auskunft der Dame an der Helmausgabe noch
unterstützt durch einen Sahara-Wind, dessen Namen ich schon wieder
vergessen habe) hinter uns gelassen hatten war es wirklich etwas
angenehmer. Hier und da lugte ein Eidechse hervor und später als wir
dem Wasser näher kamen quakten auch paar Frösche um die Wette. Beim
letzten Stop vor dem Teil, den man wegen Steinschlaggefahr zügig
durchqueren sollte, fand Nicole noch eine neue Freundin gefiederter
Natur. (Kanarienvögel haben wir übrigens noch nicht so richtig zu
sehen bekommen).
Am Ende der Schlucht
angekommen gab es einen für Teneriffa-Verhältnisse wohl imposanten
Wasserfall. Um den Vulkaninselvergleich nochmal zu starten. Hier kann
Island bei den Wasserfällen eindeutig punkten. 1:1 sozusagen.
Immerhin ist überhaupt der einzige Wasserfall auf Teneriffa, und man
muss denen hier ja zugute halten, dass die auch keine Gletscher
haben.
Beim Rückweg wollte
Nicole dann nur noch auf einem Beim hüpfen, weil irgendwas mit dem
einen Knie nicht in Ordnung ist. (Wohl noch ein Überbleibsel
diverser Treppenstürze in den Keller oder Seiteneingang hinab). Aber
da hatte ich wohl was falsch verstanden, sie wollte lediglich das
andere Knie mehr benutzen. Hmmmmm, mit Hüpfen hatte das dann nix
mehr zu tun, muss ich wohl falsch verstanden haben. Obwohl sie
bestimmt die erste gewesen wäre, die den Weg auf einem Bein gemacht
hätte.
Nach einer kleinen
Stärkung im Restaurant mit Aussicht neben dem Eingang zur Schlucht,
ging es wieder nach Hause. Auf dem Hinweg hatte Nicole schon einen
dieser „da muss ich nochmal rein Blick“ auf das Aloe Vera Zentrum
geworfen. War aber noch zu. Ist ja auch Sonntag. Auf dem Rückweg
stand die Tür offen. Nach einer Starsky & Hutch Wende standen
wir auch schon vor dem Laden. Der Parkplatz hatte verdächtig die
Kapazität für zwei Reisebusse, momentan war aber keiner da. Also
rein in den Laden und etwas Aloe Vera für die beginnende Häutung
der Stirnpartie einer nicht näher genannten Dame besorgt. Dazu gab
es neben einer Kurzerklärung sämtlicher Produkte noch einen Haufen
Pröbchen mit. Und einen Euro zusätzlich Rabatt, weil der Aufkleber
auf der Aloe Vera Flasche nicht so schön war. Nun denn, nach
Auskunft der nicht näher genannten Dame heilt die Haut quasi in
Minuten, wenn nicht gar Sekunden. Also ein voller Erfolg. Im Übrigen
haben wir wohl Glück gehabt, dass nix los war. Irgendwie schien der
Laden so, als dass hier üblicherweise Reisebusladungen voll
Kreuzfahrer abgefertigt werden.
Weil heute Sonntag
ist steht jetzt noch eine Vulkan-Lava-Peeling Massage für Nicole und
eine recht normale für mich an. Danach noch zum Abendessen noch die
vorbestellte vegetarische Paella und fertig ist der gelungene
Sonntag!
Hasta luego amigos!





















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