Mittwoch, 12. September 2018

Danzig, wir kommen

Die Nacht hatte zeitweilig was von Bombenhagel. Oder jedenfalls etwas was ich mit wie Bombenhagel vorstelle, Erfahrungswerte fehlen mir. Immer mit aufkommendem Wind wurde es laut. Vielleicht wollte die Eiche uns los werden, so wie sie zwischendurch ihre Eicheln aufs Dach gepfeffert hat. 
Kurz vorm Einschlafen kam auch noch eine Hornisse in unser Schlafzimmer. Nachdem ich die eingefangen und rausgeschmissen hatte, wollte die schnellstmöglich zurück ins Haus (draußen flogen ja auch die Eicheln tief!) Ich wollte das nicht und somit blieben in der Nacht die Fenster zu.  



Morgens war himmlische Ruhe, aber leichter Regen.  
Das wiederum macht die Abreise leichter. 
Beim morgendlichen Gassi habe ich eine Parkangestellte gesehen, welche die Herde mit den Ziegen und Schafen wieder in den Zoo treiben wollte. Ich sage mal so, Abends mach Hause geht leichter. Rufen, Pfeifen, Klatschen und am Ende von hinten antreiben. Ich habe mich innerlich ein wenig amüsiert! Hat mich an Molly erinnert, wenn ich rufe und sie nicht will...warum soll es anderen besser gehen...

Zum Hotel, flott frühstücken und auschecken. Kurzer Stopp in dem großen Schuhladen an der Ecke. Handgenähte Schuhe, rund 100,- € pro Paar, kann man nichts zu sagen, aber leider kein echter Knaller dazwischen. Da hat mein Konto mal wieder Glück gehabt. 

Nun erst mal nach Danzig. Angekommen und sofort den Weltbesten Parkplatz bekommen. Einmal um die Ecke und mittendrin in der Touristenstrasse. 
Sehr schön fertig gemacht, die Altstadt. Wenn man bedenkt, das alles nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde und die Häuser größtenteils aus den 1950ger Jahren stammen. 








Am Ende der Langstraße (siehe Bilder oben) in der „Rechtsstadt“ liegt der Fluss Modlau. Auf dem wollen wir eine Fahrt machen zur Westerplatte. Einen kleine Insel vor Danzig die durch Adolf Hitler unrühmlich bekannt wurde. Hier begann der zweite Weltkrieg, hier wurde „zurück geschossen“ 

Molly darf mit auf das Boot, sehr gut. Es stehen die Black Pearl oder ein klassisch weißes Boot für die Fahrt zur Verfügung.  Wir entscheiden uns gehen die Perle der Karibik und liegen damit goldrichtig. Kaum Trubel und keine doofe irische Musik an Board 😉 
Besser für uns, besser für Molle. Wir schippern so durch den Hafen an historischen, aber auch neuen Gebäuden vorbei. Wir sehen eine Phosporfabrik, die qualmte und staubte ein wenig, Schiffe und vieles mehr. Sogar eine Übung des polnischen Militärs die wohl hieß: „Wie krabbele ich aus einem Schlauchboot an einer Mini-Strickleiter auf ein Schiff“ Fotos haben wir lieber nicht gemacht. Der eine hat sein Maschinengewehr immer in unsere Richtung gehalten und böse geguckt. Und bei dem Thema sage ich nur „Nutten in Kopenhagen fotografieren“ Neee, kein Ärger!






Ich vor Müllhalde





Denkmal für die Gefallenen...

Durchgefroren, aber zufrieden waren wir nach 1,5 Stunden wieder am Ufer. Die Uhr meinte wir sollten doch mal ins Hotel. Guter Plan, also über mal wieder spannende Viertel und Strassen weiter. Das Hotel liegt am Waldrand und wirkt wirklich edel. Von innen ist es das nicht ganz so 😉

Unser wirklich leckeres Abendbrot wurde mit Handschuhen serviert. Sehr edel. Dafür haben wir die Tischdecke ordentlich bekleckert. Als Ausgleich sozusagen...



Morgen nochmal nach Danzig und dann, wer weiß- der Herr R. möchte in die kaschubische Schweiz. Soll er haben, ist hier um die Ecke. Meine Frage, ob Kaschuben sowas wie der Schtii bei den Franzosen sind, konnte er leider nicht beantworten ...

Dienstag, 11. September 2018

Nach Boot kommt...

...Baum! Richtig! 

Wir setzen die Ruhe Geschichte konsequent fort und sind in einem Wald in der Nähe von Slupsk. In einem Baumhaus. Ohne Freddy würde ich vor Angst sterben. Draußen sind Dschungel Geräusche aus dem angrenzenden Zoo zu hören. 



Aber zurück zu heute Morgen. Wir haben noch mal richtig nett gefrühstückt und dann unser liebgewonnenes Boot bei leichtem Regen verlassen. Molly fand auch, das die Enten langsam aufmüpfig werden. Jeden Fall diese eine, es gibt ja immer diese eine, ihr wisst schon...


Auf dem Weg ins neue Domizil wollten wir gerne die Stadt Slupsk, ausgesprochen Swuppsk, angucken. Gesagt, getan! In dem Schloss in der Stadtmitte soll es einen Ausstellung eines Malers geben, der immer Drogen nahm und auf dem Bild auch brav vermerkte unter welchem Einfluss er beim Malen stand. Wollte ich mir angucken 😉 

Auf dem Weg dahin haben wir, direkt gegenüber des Doms, ein veganes Restaurant entdeckt. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, also schnell was Essen! Veganes Gulasch...hmmmmm!


Durch kleine Gassen weiter zum Schloss an dem Flüsschen Stolp. Aber die Tür war zu! Montags und Dienstags geschlossen. 



Egal, schnief! Schnell noch am Hexenturm vorbei, da könnte man früher renitente Frauen loswerden. Sehr praktisch, findet Freddy!





Nach Swuppsk geht es weiter in unser Baumhaus. Das ist sogar vom Hotelkomplex so weit weg, das ich morgen zum Frühstück mit dem Auto möchte. 
Aber es gibt noch ein Restaurant neben dem Zoo auf/an einem See. Molly geschnappt, hingewandert. Puuuh, so ein Schickimicki Schuppen, gar nicht meins. Und Molle darf garantiert nicht da rein. Umgedreht, Auto holen und Essen suchen. Auf dem Rückweg kommt uns aus dem Zooeingang eine Herde Ziegen und ein paar Schafe entgegen. Ganz allein. Den Weg nach Hause kennen die offentsichtlich, leider ist es auch unser Weg. Ich halte mal lieber Abstand, denn vor Ziegenböcken habe ich Respekt. Molly findet das alles superspannend, versteht aber auch mal wieder nicht was passiert. 





Ab ins Auto, ein Lokal suchen. Wir sind fündig geworden, waren die einzigen Gäste und eigentlich ist das nicht erwähnenswert. 

Jetzt sitzen wir bei einem Bier auf dem Baum und lassen den Tag ausklingen...


Montag, 10. September 2018

Großmöllen, der zweite Tag

Umbuchen auf das Hausboot war eine gute Idee! Ein Tag Ruhe mit grandiosem Blick auf den See bringt runter. Heute haben wir nichts gemacht außer auf das Wasser gucken, Buch lesen und ab und an den Hund an der Uferpromenade lüften. 

Begonnen mit meiner blauen Stunde am Morgen, 



bin ich noch vor dem Frühstück, welches sehr stylisch im Weidenkorb geliefert wird, Gassi zum nächsten Bootsanleger. Das Panorama war grandios, wer findet unser Hausboot?




Nach dem wirklich liebevollen Frühstück bin ich schon fast mit dem Ort versöhnt. Wir sind heute einfach nicht in die Touristenstrasse gegangen, auch wenn sie nur 50 m entfernt ist 😉

Schön Buch lesen, in der Hangematte liegen,

mit Molle auf dem Ponton chillen 😎 


Sogar Essen gehen lassen wir ausfallen. Lieber Salat und Mikrowellen Kräuterbutter Baguette (ich habe wirklich gedacht es wäre ein Backofen!) mit Blick auf den See. 

Die Anlage ist übrigens ein Tipp für Hundehalter. In einem der Boote ist ein Paar mit 4! Appenzellern und nebenan eine Katze 🐈 

Das muss ich sowieso mal lobend erwähnen, alle lieben Hunde und es weder im Restaurant noch in Hotel ein Problem mit Tier. Sehr angenehm!

Hinterher wird das Internet angeschlossen und unser Ziel für morgen gesucht. Im Inland Richtung Danzig ...

Sonntag, 9. September 2018

Großmöllen und wir

Heute ist es nun soweit, wir haben irgendwie die Nase voll von der polnischen Ostsee Küste. Ich vielleicht ein bisschen mehr als Freddy. Mein Inneres Auge hatte sich vor der Abreise eingebildet, dass die Küste Polens wie bei uns an der Ostsee aussieht. Vielleicht nicht so hübsch modernisiert und so Schickimicki. So ein bisschen alte Hansestädte in abgeliebt. Was wir bekommen haben, Zitat Freddy, ist Tedi statt KDW. Puh, für uns nichts Schönes. Die Küste und die Natur sind wirklich wunderschön. Touristenmenge, Stände mit Schund und der Müll nicht so. Unsere Ahnung, in 10 Jahren haben sie es ganz versaut. Erschwerend hinzu kommt das Molly sich bei den rumpelnden lauten Menschenmassen nicht wohl fühlt. Das schlägt mir zusätzlich auf das Gemüt. 
Der Entschluss steht: Wir nehmen die letzte Buchung wahr (hatten wir den Ort vorher gesehen wären wir umgedreht!) und fahren danach über Land nach Danzig und dann 'gen Heimat.

Der Weg nach Großmöllen führt uns über Kolberg. Das berühmte Kurbad. Naja, voll ist es. So voll das ich mit Molly nicht auf die Seebrücke mag. Wir wandern lieber darunter herum und gucken Möwen. 





Die Innenstadt von Kolberg ist auch eher überschaubar. Ich treffe Papst Johannes Paul und unseren Ratzi. Hat ja mal was! Die Altstadt ist im Krieg fast komplett zerstört worden. Somit haben Sie dort eine neue Altstadt. Schönes Wortspiel 😊




In Großmöllen haben wir in einer leicht alternativ angehauchten Anlage eine Hütte vorgeordert. Für 2 Nächte, damit mal ein Tag Ruhe ist. An der Einfahrt zur Anlage sind wir zwei Mal vorbei gefahren, in der Hoffnung das wir uns täuschen und das Hotel nicht an einer Straße mit Schinkengasse Flair liegt. Pech gehabt!
Die Anlage ist zwar niedlich aufgebaut, ein bisschen Öko. Unsere Hütte mit Namen Lemongrass und  eigenem Whirlpool ist in Strassennähe und so eine Art stabileres Hüttenzelt. Meine Laune geht auf unterirdisches Niveau. 
Irgendwie haben wir mitbekommen das sie hier auch Hausboote haben, da die Hütte nicht gefiel, gefragt, eins war frei und wurde von uns für freches Geld nach kurzer Diskussion gebucht. Hat sich gelohnt! Wir haben Ruhe und Ausguck und Molly hat Hundekino. 







Warten wir was morgen kommt. Rumliegen am Wasser (nachdem der Hund Entenfest geknebelt ist), Lesen und Chillen 😎 Wenn möglich nicht in den Ort gehen!

Samstag, 8. September 2018

Auf nach Rewal

Das Frühstück noch in Stettin. Das Hotel hat auch für das Frühstück seine Sterne verdient. 






Weiter geht es nach Rewal-dem Polnischen Ballermann. So weiß unser Reiseführer zu berichten. Ich denke eher an knallharte Zigaretten, aber hier brennt die Luft. Unser ausgesuchtes Hotel ist 5 km weiter, im Seebad Horst *giggel* und nach Führer viel ruhiger. 

Der Weg dorthin führt über Straßen in sehr unterschiedlichen Zuständen. In Rewal angekommen finden wir schnell die 100 Meter lange Partymeile. An deren Ende ist eine halbe Kirche und ein Seesteg. Hingelaufen, geguckt, Eis und Kaffee verhaftet, weiter.  Nicht schön, Meer ja, Ort Nein. Luft für negative Touristische Entwicklung ist da und wird rege genutzt 👎 Ich habe beim Losfahren noch ein gefühlt historisches Gebäude entdeckt. Der knirschende Aufsetzer unseres Reisemobils an der Verkehrsberuhigung war nicht geplant 😉 Nichts passiert!
Weiter nach Horst! Schon der Weg zum Hotel ist erstaunlich, sollte sich der Reiseführer vertan haben? Statt der fünf Läden in Rewal auf 100 Metern ( ich erinnere Ballermann!) sind hier 40 Souvenir Läden auf 600 Metern. Juhu! 
Erst mal ins Hotel, das ist groß und neu, glücklicherweise auch ruhig. Bis auf den allein gelassenen Welpen, der nur am Weinen war. 😳

Kurze Siesta, Molly ein Stinkie-Lecker auf  dem Hundeknast-Balkon, dann zum Strand 🏖 



Mit der überglücklichen Molly an den Strand, nachmittags noch gut besucht, aber riesig breit und Sand wie in Bornholm. Weiß, fein, perfekt für Sanduhren! Quietscht unter den Schuhen!

Molly kann nicht solange laufen, schnell in die nächste Strandbar nach 200 Metern 😉 










Danach schnell was Essen und einen ruhigen Abend. Wobei wir mal wieder feststellen müssen, schnell Essen ist hier nicht ... meine persönliche Lektion in Ruhe. Freddys auch, wenn ich ihn nerve, ob man nicht doch an den Tresen darf zum Bestellen  😂 
 
Morgen weiter nach Großmöhlen... vorher der Leuchtturm von Horst. Der war heute zu weit per pedes.

Freitag, 7. September 2018

Spät losgekommen...

...sind wir! Hier noch ein bisschen hier, da noch ein bisschen da und dann noch ein Plausch mit den Nachbarn und schwupps war es 11:00 Uhr. Trotz einiger Baustellen sind wir zügig durchgekommen auf unserem Weg nach Stettin. In der Uckermark wurden wir sogar von übrig geblieben echten DDR Autobahnen durchgeschüttelt. 
Eine gute Eingewöhnung, denn die Straßen hier in Stettin sind auch recht „uneben“. 
Direkt nach der Grenze hat uns etwas begrüßt, was wir auch bald in Achim finden werden: ein Amazon Logistik Zentrum. Holla, das ist riesig!



Unser Hotel ist direkt neben der Burg und einem kleinen Marktplatz mit Museum. Kurze Wege sind praktisch, wenn der Hund ein wenig Fußkrank ist. 
Der Ort hat über 400.000 Einwohner, trotzdem hat man das Gefühl in einer Kleinstadt zu sein. Heute Abend werden wir nicht mehr viele Sehenswürdigkeiten schaffen, denn ich habe richtig Hunger und als nächstes wird ein Restaurant angesteuert. Mal schauen, ob wir etwas Vegetarisches finden 😂 im Moment ist Freddy unterwegs auf der Suche nach einem Geldautomaten und ich warte gemütlich auf einer Bank im Schlosshof. 




Donnerstag, 6. September 2018

Nach einem Jahr Pause mal wieder auf Tour

Nachdem wir letztes Jahr einfach mal zu Hause geblieben sind, nun mal wieder eine Tour. Bis letzte Woche stand unser Ziel noch nicht fest, polnische Ostseeküste und ihre alten Bäder oder über den Brenner. 
Nun ist die Entscheidung gefallen, morgen brechen wir auf Richtung Stettin. Die Koffer sind gepackt!









Sonntag, 9. April 2017

Der letzte Tag, Anaga-Gebirge, Höhlenhäuser und Stau am Schalter.

Am letzten „echten ganzen“ wollten wir noch einmal in das Anaga Gebirge. Das liegt im Norden und bietet noch einmal eine ganz andere Landschaft als bei uns in der Ecke in der Nähe des Teide. Das bedeute aber auch noch einmal Auto fahren, bis Santa Cruz, und noch ein Stückchen weiter. Nachdem sich mein Garmin-Navi endgültig verabschiedet hatte (Boot-Loop), sind wir auf die Trulla aus der osmAND App gewechselt. Die ging auch so leidlich, wir haben uns nur ein oder zwei mal kurz verfahren. Ich möchte schon gerne mal wissen wieviele Unfälle an den Autobahnauffahrten so passieren (vor allem mit Touris). Da muss man höllisch aufpassen, weil just wenn man darauf ist, kommt noch einmal ein Vorfahrt achten Schild und ein Einheimischer von links oder rechts. Aber na gut, die Autobahn schmiegt sich die meiste Zeit an den Berg an, da ist dann halt auch nicht so viel Platz für Ein- und Ausfahrten wie bei uns.

Egal. Wir sind auf jeden Fall dann App-Unterstützung in Las Carboneras angekommen. Dort ging es dann wieder mit App-Unterstützung durch den Wald und die Berge zu einem kleinen Bergdorf namens Chinamada. Dort gibt es keine so richtigen Häuser, sondern eher so Höhlen mit kleinen Vorbauten. Der größe Teil der Wohnfläche befindet sind als Höhle im Berg. Dort angekommen, war eine kleine Stärkung fällig, natürlich in einem Höhlenrestaurant.

Gut gestärkt wanderten wir weiter durch das Dorf. Das war einfach, denn so ein richtiger Geheimtipp ist das trotz der abgelegenen Lage nicht ganz. Dafür gab es aber ein recht imposantes Panorama und Blick auf das Meer aus knapp 600m Höhe. Die Bilder können das Panorama nicht wirklich so gut wiedergeben. Es war schon echt super, und wir waren froh, diesen Ausflug am letzten Tag noch gemacht zu haben.

(Heute gibt es noch mal viele Bilder, immer weiter scrollen...) ;-)


























Zurück ging es dann wieder durch Wald und Berge. Fast ein bisschen wie Harz, nur mit Palmen und Blick durch die Schlucht auf Meer. ;-)

Auf dem Weg aus dem Anaga Gebirge zurück haben wir es noch mal bei den Pyramiden von Güíma probiert. Diesmal mit Erfolg! Es war noch offen. Die Anlage ist doch größer als man von außen sieht. Ausgebuddelt und wissenschaftlich betreut wurden die Pyramiden von Thor Heyerdal. Daher war ihm und seinen Expeditionen mit der Kon-tiki und Ra-2 auch ein großer Teil der Ausstellung gewidmet. Man konnte viel über Pyramiden und deren Bedeutung in der ganzen Welt lernen, genauso wie über die Überquerung des Atlantiks mit -aus heutiger Sicht- Nussschalen. Ebenso über Fauna, Flora und Geschichte von Teneriffa.

Wir hatten uns aber in Santa Cruz ja schon im Naturkundemuseum umgesehen, und wussten daher schon gut Bescheid. Wer mal vor der Entscheidung steht was soll ich besuchen. Das Naturkundemuseum ist billiger und drinnen (falls es doch mal regnen sollte). Die Pyramiden sind etwas teurer und überwiegend draußen. Außer den Guanchen-Mumien bieten die Pyramiden aber mindestens die gleichen Infos (plus die Pyramiden natürlich, die fehlen in Santa Cruz natürlich).













Damit es am Abreisemorgen nicht allzu lange dauern sollte, haben wir den Papierkram schon am Vorabend erledigt. Die Rechnung fiel trotz der regelmäßigen Abendessen im Hotelrestaurant und Massagen doch nicht so hoch aus wie erwartet.

Abendessen, Koffer packen und ab ins Bett. Ein bisschen früher raus als die letzten neun Tage. Dafür gab es aber auch ein fantastisches Bild von einem Sonnenaufgang über den Wolken, die wie Wattebäuschen etwas tiefer hingen. (Das finde ich ja nach wie vor hervorragend!).





Wir waren super-pünktlich mit reeeeiiichlich Zeit am Flughafen angekommen, die Auto-Rückgabe schnell und unkompliziert erledigt. Da die Check-in Schalter noch nicht geöffnet hatten, haben wir uns mit einem kleinen Snack und Kaffee für die Dame in ein Bistro gesetzt. Nachdem wir in Ruhe aufgegessen hatten, gingen wir zu den Check-in Schaltern. Schalter 13 bis 19 sollten geöffnet sein. Das müsste eigentlich für die 180 Leute, die in einen Airbus A320 passen locker reichen. Dachten wir. Denn erstens hatte man von uns unbemerkt den Inhalt von einem Dutzend Reisebussen in das Terminal abgeladen, und zum anderen Standen die alle(!) vor „unseren“ Niki (Airberlin hatte es vorgezogen nur die Tickets zu verkaufen, aber nicht selbst zu fliegen) Schaltern an. Hmmmm.

Öööööhhhhhmmm, soviele Leute passen doch gar nicht in einen A320. Merkwürdig. Anstellen mussten wir trotzdem hinten. Und zwar soweit hinten, dass quasi keine Leute mehr quer durchs Terminal gehen konnten. SO VOLL! Naja, irgendwie ging es sehr langsam vorwärts und die üppige Zeitreserve schmolz dahin. Nun gut, dachten wir, die fliegen schon nicht ohne uns los. So auf halben Wege konnten wir dann auch erkennen, dass wir am Schalter 19 eigentlich nur unser Gepäck aufgeben konnten. Der Schalter war eigentlich nur für die bereits online eingecheckten gedacht. Wir beschlossen es trotzdem zu probieren. (Die Herrschaften vor uns im übrigen auch.)

Ich hatte fünf Meter weiter hinten bei einem dänischen Jungen Pokémon auf dem Telefon gesehen, Schwupps war für Nicole die Warterei halb so schlimm. Nach fünf Minuten hatte sie die Arena erorbert/erkämpft/besetzt, was auch immer man da machen muss… Der dänische Junge versuchte wild tippend das wieder zu ändern. Er blieb erfolglos… ;-)




Die Schlange schon sich langsam vorwärts, und auf einmal wurde es hektisch. Graz?!? Salzburgo?!? riefen ein paar aufgeregte Damen und verteilten sie sich darauf hin meldenden Menschen auf die gerade freien Schalter. AHA! Da standen also der kommende Inhalt von gleich Fliegern zum Check-in an. Das war des Rätsels Lösung. Ruhiger und entspannter wurde es nicht, denn so langsam wurde auch die Zeit für unseren Flug knapp. Das wird ja nicht besser, wenn Graz und Salzburgo mal eben vorgezogen werden. Somit störte es dann auch keinen mehr, dass wir gar nicht web-eingecheckt waren, und wir bekamen unsere Bordkarten. Die wollten einfach nur noch fertig werden. Sicherheitskontrolle und weiter zum Gate.

Dass bei dem Trubel der Abflug dreissig Minuten später erfolgte, war dann auch kein Wunder mehr. Der Flieger war anders als beim Hinflug wirklich bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Beim Abflug gab es dann noch einmal schöne Aussichten auf die Insel und den Teide. Irgendwo über dem Atlantik ist dann nicht nur Nicoles ebook in den Schlafmodus gegangen, sondern Nicole und ihre Sitznachbarin auch gleich mit.






Der Rest in Hamburg ging dann flott, Koffer vom Laufband, zum Parkplatz und ohne Serpertinen auf einer staufreien Autobahn zurück. Hund abgeholt, Pizza bestellt, Koffer ausgepackt, Feierabend!

 Zusammenfassung: nächstes Mal machen wir auch online-check-in, und Teneriffa ist eine Reise wert!