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Sonntag, 26. September 2010

Durch die Everglades, kurz vor den Keys...

Die Paddeltour war großartig!

Vor lauter Aufregung (oder war es doch nur die dröhnende Klimaanlage?) bin ich viel zu früh und viel zu oft aufgewacht... Naja, wenigstens nicht müde, sondern trotz der Klimaanlage wegen des guten Bettes gut erholt.

Für die Everglades ist Everglades City und das Ivey House (wir waren im Inn) echt zu empfehlen. Bisher das beste Preis/Leistungsverhältnis. Ausnahmsweise KEINE Waffeln zum Frühstück (Ach, hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich vorgestern endlich meine erste Waffel mit Syrup hatte? War jetzt irgendwie nicht so Bringer. Der Syrup schmeckt zwar Klasse, aber die Waffel, wie man sie hier überall im Hotel bekommt, ist eher nicht so der Bringer... Na, wenigstens mal probiert!) ..aber weiter mit Ivey House...Zwei, nein drei Sorten Käse (was die Amis so Käse nennen...) nettes Müsli, Früchte... Das beste Hotelfrühstück, was wir bisher hatten. Uuuuuuuuuuuund natürlich kann man im Ivey House die Kajaktouren buchen (als Gast mit 10% OFF, yeaaahhhh!) Unbedingt mal machen, ES LOHNT SICH!

Mal vor Sonnenaufgang wach und draussen zu sein, war auch mal gut. Unser Guide (Corey, 24, Typ Surferboy mit verdammt vielen Locken auf'm Kopp) war witzig, und hat uns gut durch den "Mangroven-Tunnel" gelotst.


Und dann war es soweit: "Hey look! An Alligator over there!" Wow, und wahrhaftig, da war er! Ein eher kleines Exemplar (6 foot, gute 1,8m). Corey hatte uns aber auf der Hinfahrt schon erklärt, dass die Alligatoren meistens eher kleinere Beute (als uns) bevorzugen, sie am Tag eher träge sind, und überhaupt nur ein bis zwei mal im Monat fressen würden. Und überhaupt: Alligatoren hätten nicht viel mit dem zu tun, was man bei Crocodile Dundee so immer so sieht. Denn das wären ja Krokodile, und DIE würden Sachen essen, die viel größer als sie selbst wären. Gut, dass das für Alligatoren ja nicht zutrifft.

Wir paddelten so über diesen sagen wir mal "Bach", der bekam dann immmer mehr Seerosen, und irgendwann waren wir dann im Mangroven-Tunnel. War schon irgendwie cool. Da so durchzupaddeln. Eeeehm, oder durchzugleiten, den erst mussten wir unsere Paddel teilen und nur noch mit einer Hälfte weiterschwimmen. Später konnten wir auch das ins Boot packen, und uns von Ast zu Ast hangeln. (Auch wenn Nicole wegen der Spinnen erst nicht so recht wollte.)

War schon prima. Nachdem wir ein wenig von der Strasse weg waren (die wir vorher im Kajak unterquert hatten), nahmen die Geräusche von der Strasse ab, und man hörte fast nur noch die Vögel und die anderen Geräusche. Prächtig!

Irgendwann mussten wir dann wieder umdrehen. Auf dem Rückweg gab es wieder Alligatoren zu sehen, manchmal nur drei, vier Meter entfernt. Und dieser eine Mama-Alligator hatte auf dem Rückweg sogar einen Baby-Alligator auf dem Kopf sitzen. Sehr putzig!

Dann war die Tour doch zu Ende, und es ging zurück ins Hotel. Nochmal Duschen, auschecken..... We're on the road again! Auf Weg sind wir mal kurz bei einem "Trail" angehalten. Da waren wir aber ganz schön auf dem Holzweg. Und zwar im wahrsten Sinne. Denn diese Trails sind aufgeständerte Wege ins Everglade Land. Nicht schlecht, aber unsere Paddeltour war besser!

Die Strasse aus den Everglades sind laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaang und gehen eigentlich nur geradeaus. OK, das hatten wir schon, aber soooooooooo lange geradeaus war noch nicht dran. Das beste war aber die "Dixie" Road, die ihrem Namen dummerweise grad keine Ehre machte, obwohl wir es doch gut gefunden hätten. Denn eines ist echt doof hier. Das geht sooooo lange geradeaus, und es gibt quasi keine Rastplätze mit 'ner "Gelegenheit".

Wir haben es dann bis Key Largo ausgehalten, und haben dort erstmal das Visitor Center gestürmt. "Clean Restrooms" klang einfach zu verlockend. Nebenbei gab es von einer reizende älteren Lady noch ein paar Prospekte und Karten von den Keys.

Tja, und so sind wir jetzt kurz von den Keys, nein eigentlich ja schon drauf... Heute Nacht in Key Largo (wie verdammt noch mal hieß denn dieser Song...) und morgen dann auf nach Key West!

Juhuuuuu!

Schnie, Schna, Schnappi...

...oder was hier alles in die Friteuse kommt

Boa, war das fettig. Wir haben den Tip vom Hotelier angenommen, und sind zur Oyster Bar zum Abendbrot. Deren Spezialität sei frittierter Fisch. Klang jetzt gar nicht sooooo schlecht.

Angekommen, ausgestiegen, jaaaaaaaaaa, da drinnen wird frittiert...

Ok, trotzdem rein in den Laden. Der hatte irgendwie seinen eigenen Charme. Überall an den Wänden hingen so Sprüche, wie „Oh, ich wünschte ich hätte zwei Männer auf einmal: ….einen der kocht, und einen der putzt....“ Ok, vielleicht war die robuste Dame, die meine Kreditkarte entgegen nahm doch die heimliche Big-Mama von dem Laden. Ihre Männer hatte sie dann aber wohl gut im Griff.


Aber vor dem Bezahlen kommt das Essen. Erstmal aussuchen, was es denn geben soll. Meine Wahl waren die „Grouper Fingers“. Fish Fingers sind quasi Fischstäbchen und Grouper ist Barsch. Konnte also nicht viel falsch laufen. Dass die von hier waren hat man tatsächlich geschmeckt. Mann hat den Moddergeschmack deutlich 'raus geschmeckt. (Fast so wie ein Brassen aus 'nem Moorteich).

Ansonsten harmlos.


Nicole war deutlich mutiger. Damit die Jungs morgen früh mal gleich wissen was los, wurde der „Alligator Basket“ geordert. Basket heißt ja nur so ein kleiner Korb mit Papiereinlage, unten Fritten drin, und oben... genau: ALLIGATOR. Auf der Speisekarte war noch eine kurze Erklärung, wie das so schmecken sollte, schien also recht normal zu sein so ein Viech zu verputzen. Irgendwann kam das Essen dann, und der Alligator wurde probiert. Das einzige was Nicole nicht mochte war der Senf, der dazu gereicht wurde (Senf mag sie aber sonst auch nicht). Ich habe auch ein Stück frittierten Alligator probiert. Schmeckte jetzt nicht so besonders. Ich vermute allerdings auch, dass der nicht wirklich eine gewürztechnische Behandlung erfahren hat. Naja, Haken dran.

Auf der Speisekarte standen allerdings auch noch andere Sachen, die es bei uns jetzt so nicht geben würde. Frittierte „Everglade-Froschbeine“ und Schildkröte. Hmmmm, mag ja sein, dass die hier genug von haben und das gerne mögen. Bei uns eher nicht so angesagt. So ist das eben mit den anderen Ländern und den Sitten.


Ich glaube ich nehme morgen mal einen Salat....

Samstag, 25. September 2010

Mangroven, Kajaks und Rundschwanzseekühe

Oh... (kleiner Einschub). Gestern konnte ich nicht anders und wir haben jetzt diese Dosenüberzieher... ;-) Jetzt gibt es beim Trinken nicht mehr so kalte Finger...
(Einschub Ende.)




Wir sind wieder runter von Sanibel Island. Quasi wieder auf dem Festland, oder wie man diesen Ort hier inmitten der schwammingen Grasseen bezeichnet. Wenigsten die Fussgängerwege (wenn vorhanden) und die Strassen sind fest.

Auf dem Weg hierher waren wir in einem WalMart Superstore. Die haben neben Nicoles bunten Pillen (So wie die aussehen, sollte ich vielleicht auch mal eine versuchen..) so ziemlich alles. Sogar Autoreifen, und zwar große! Nur leider keine Aqua-Schuhe in meiner Größe. Mist!

Dann haben wir noch mal in Napels nach dem "Historic Distric" geguckt, nur um sicherzugehen, ob der hier auch so "alt" ist, wie der den wir schon mal gesehen haben. Jepp! Willkommen im Historic District, und das erste Haus was kam war von... "1921". Aha, also können wir uns die weiteren "Historic Districts" wohl wirklich sparen. Dann sind wir kurz weiter zum Strand, um mal zu schauen, was wir verpasst haben, als wir auf Sanibel waren. Der Strand war OK, aber irgendwie war unser kleines Hotel doch besser.

Am Strand von Napels gab es allerdings dann doch noch ein kleines Highlight. Als wir auf dem Pier waren, und den Leuten so beim Angeln zugeguckt haben, sahen wir unsere ersten Delphine hier. Sollten heute jedoch nicht die letzten sein.




Für heute Nacht sind wir im Ivey House in Everglades City. Nachdem ich den netten Herrn vom Hotel hier gestern Abend am Telefon erstmal ordentlich verwirrt habe mit wilden und wirren Datumsangaben, hat dann aber doch noch alles geklappt. Anrufen war ausnahmsweise mal notwendig, weil wir rausbekommen wollten, ob die Kajaktour irgendwie buchbar sind, obwohl wir nur eine Nacht bleiben wollten. Nach ein paar Minuten stellte sich raus: Es ging! Zwar nicht so wie im Internet angepriesen (das wäre dann heute Nachmittag gewesen), sondern morgen früh. Und so starten wir morgen früh (für Urlaub früh) um 7.00 Uhr zu einer Kajak-Tour durch die Everglade-Mangrovenwälder. Mal sehen wie dicht sich die Alligatoren so rantrauen... Glücklicherweise haben wir einen Late-Check-Out bekommen, so dass wir nach der Tour noch mal aufs Zimmer können, um kurz zu duschen...

Just kommen wir zurück von einer Tour durch die "Tenthousand-Islands". Das ist das Gebiet hier quasi vom Ende der Everglades bis zum Golf von Mexico. Brackiges Wasser mit ganz vielen klitzekleinen Inseln, die eigentlich nur von Mangrovenbäumen bewachsen sind. Dazwischen muss man langsam fahren, denn da wohnen die Manatees. So 'ne Art Seekuh. Auf Deutsch: Rundschwanzseekuh -> Klick: Wikipedia Wir haben tatsächlich welche gesehen, allerdings nicht wirklich fototauglich. Dazu gab es aber noch einmal Delphine, die erst vor dem Boot auftauchten und dann kurz direkt neben dem Motor auf der Welle gesurft sind. Vögel gab es auch reichlich: Weisskopf-Adler, Seeadler, Fischreiher und Pelikane. Toll!

Gleich gibt es noch Abendbrot, und dann ab ins Bett, damit wir morgen früh fit sind für die Paddeltour durch die Everglades!