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Dienstag, 21. September 2010

Sandy, Bob, und der Yacht-Club

Diese Hotel hier hat es echt in sich! Wir sitzen also mal wieder mit den Netbooks unten in der Lobby bei einem Getränk. Dabei brüten wir denn irgendwann auch über der Landkarte und fragen uns, wie wir denn morgen am besten weiterfahren. Wohin wissen zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so genau. Bis uns ein netter älterer Herr von hinten anspricht. Er und seine Frau wären von hier, und wir könnten Sie ruhig fragen, wenn wir was von hier wissen wollten. Wollten wir. Wir wollten nämlich wissen, ob der Strand in Napels wirklich so toll ist, wie geschrieben wird. „Ja, das mag wohl sein, aber wir haben einen besseren Tipp für Euch“. So fing ein mal wieder wirklich sehr schöner Abend an. Wir plauderten eine Weile hin und her, über die besten Tipps und dass man in Homestead (ein geplanter Zwischenstopp) als Tourist nicht unbedingt sein wollte. Aber Sanibel Island, da sollte man gesehen haben. Und zudem wäre der Strand da mindestens so schön, wie in Napels. Obendrein gibt es da noch Sand Dollars ohne Ende. Klang verlockend. Wir wollten sowieso jetzt mal einen Strand-Tag einschieben und Sanibel Island liegt nur 20 bis 30 Minuten von Ft. Myers entfernt. Da wollte ich ja unbedingt hin, wegen des Edison Museums. Das fanden die beiden aber auch. Es wäre wirklich einen Besuch wert. Und auf jeden Fall auch etwas um auch mal einen ganzen Tag dort zu verbringen.


Dann unterhielten wir uns noch ein wenig über die Everglades und dass Everglades City ein guter Ausgangspunkt für Touren wäre. Und Flamingo wär toll. Da hätten die beiden schon mal mit Ihrem Segelboot halt gemacht und es wäre wunderschön gewesen. Hätten wir uns auch gerne angesehen, aber anscheinend gibt es da nur einen Campingplatz. Hmmm, Zelt ist zu Hause, Wohnwagen noch nicht gekauft.... dann fällt Flamigo zum Übernachten aus. Vielleicht fahren wir da einfach so hin, mal sehen.


Das mit dem Segelboot wurde dann Gesprächsstoff, und es stellte sich heraus, dass die beiden nachem sie ihren Laden hier in St. Petersburg verkauft hatten so fünf bis sechs Jahre mit dem Segelboot durch die Gegend getuckert sind. Mittlerweile wohnen sie in Pensylvania, sind aber gerade hier, um sich nach einer neuen Bleibe umzusehen, denn sie wollen wieder hier her ziehen. Sie hätte es hier schon immer schön gefunden und vor allem der Yacht-Club sei so toll. Da wären sie sogar Mitglied geblieben, obwohl sie ja gar nicht mehr hier wohnten. Was wir denn so für Pläne für das Abendessen hätten, wollten sie wissen. Wir hatten uns noch nicht festgelegt, uns so wurden wir gefragt, ob wir denn nicht mit in den Yacht-Club kommen wollten. Die beiden waren nett, und so wollten wir.


Wir brachten dann unsere gesammelte Computer Ausstattung aufs Zimmer und wollten uns dann gleich wieder treffen. Bei dem Stichwort „Yacht-Club“ steckte ich reflexartig noch ein paar Dollar mehr ins Portemonaie, und so zogen wir denn los.


Es wurde ein ganz famoser Abend. Es gab Mahi (Fisch), Musik und zum Schluss noch einen kleinen Rundgang durch den Yacht-Club. Beim Essen unterhielten wir uns noch darüber, warum wir hier sind, und ich erzählte ein wenig von unserem Besuch bei der NASA und dem leider verschobenen Shuttle-Start, dem ATX Tag und meiner Gänsehaut... Jaaaaa, das mit der Gänsehaut könne er gut verstehen, er hatte die damals auch, als er mal einen Shuttle Start gesehen hat. Vom Boot aus. Wow, das muss fantastisch gewesen sein. Er erzählte, dass das Shuttle schon weit oben am Himmel gewesen sei, als man eine Welle über das Meer herannahen sah. Mit der Welle kam der Krach und das wäre sein Gänsehaut-Moment gewesen. Tja, kann ich ihm nicht verdenken. Hätte ich auch gerne gehabt.


Die beiden waren echt klasse. Zwischendurch sind sie immer mal wieder aufgesprungen und haben ein kleines Tänzchen zu der Bandmusik aufs Parkett gelegt. Sandy hat dann noch Ihren Nachtisch mit allen geteilt und beim Weggehen wurde die vorsichtige Frage, wie das denn hier gehe mit dem Bezahlen mit einem Lächeln und einer winkenden Handbewegung beantwortet. Die beiden hatten uns wirklich eingeladen. Wow. Einigermaßen geplättet fragten wir noch, ob wir noch eine Bar wollten, auf ein kleines Getränk. Immerhin wollten wir uns ja auch ein klein wenig revanchieren. Ach, nöööö, sie hätten schon genug gehabt jetzt, es sei ja auch Zeit fürs Bett, und überhaupt, sie würden sich freuen, so nett geplaudert zu haben, und Leuten Amerika ein bißchen näher gebracht zu haben.


Na, das nenn' ich mal 'nen Hammer! Was wohl noch so passieren würde, wenn wir noch länger in diesem Hotel blieben? Bleiben wir aber nicht, denn morgen geht es weiter nach Sanibel Island, da habe ich gerade ein Hotel für drei Nächte gebucht, damit wir unsren Strand-Tag dann auch mal in die Tat umsetzen können.


Und jetzt nach einem äußerst netten Abend.... gute Nacht bis morgen!